Navigation:
Teamwork: Die Spieler suchen überall nach Hinweisen.

Teamwork: Die Spieler suchen überall nach Hinweisen.
© Nancy Heusel

Test

Escape-Rooms: Per Teamwork durchs Abenteuerland

Das Geschäft mit dem Nervenkitzel boomt: In Hannover entstehen immer mehr Escape Rooms – hier müssen Teams unter Zeitdruck Geheimnisse aufdecken und Rätsel lösen. NP-Volontär Timo Gilgen hat den Test gemacht!

Hannover. Spannung, Aufregung, Verzweiflung, Erleichterung, Freude – all diese Emotionen sind garantiert beim Versuch, aus den Live-Escape-Rooms von „Hidden in Hannover“ zu entkommen. Es gibt drei Räume, um das Rätsel zu lösen – und nur jeweils 60 Minuten Zeit.

Im ersten Fall betritt unser Team (bestehend aus drei Frauen und drei Männern) „Murphys Pub“ im Dubliner Hafenviertel. Wir befinden uns in den frühen 60ern, im Hintergrund läuft irische Folk-Musik. Murphy ist der Betreiber der Bar, die sich trotz weniger Gäste fortlaufend über Wasser halten kann. Da kann was nicht stimmen. Wir sind als Ermittler von Scottland Yard beauftragt aufzuklären, womit der alte Murphy wirklich sein Geld verdient. Es vergehen keine fünf Minuten, da haben wir vergessen, dass das alles nur ein Spiel ist. Der Raum ist derart detailliert und liebevoll aufgebaut, dass man voll im Geschehen steckt.

Erwachsene fühlen sich wie kleine Kinder

Wir beginnen, den Pub auf den Kopf zu stellen, heben alles an, was geht und suchen nach Hinweisen, die hinter Schlössern versteckt sind. Manchmal müssen wir Schlüssel finden, meistens jedoch vor allem angestrengt nachdenken, um die Rätsel zu lösen, die uns die Zahlenkombinationen für die Schlösser liefern. Ein Beispiel: In einem versteckten Tresor entdecken wir neun Bauklötzchen. Was wir damit anstellen müssen, das gilt es herauszufinden. In der Hektik brauchen wir lange, um ein Muster zu erkennen, an dessen Ende eine Aneinanderreihung von Zahlen steht, die wir in das alte Scheibentelefon in dem Pub eingeben müssen. Ständig muss man in alle möglichen Richtungen denken, alle Sinne schärfen und: Man darf nichts voreilig ausschließen. Und permanent läuft die Zeit runter. Obwohl wir alle Mitte 20 sind, fühlen wir uns wie kleine Kinder, als sich wieder und wieder wie von Zauberhand Klappen öffnen oder eine verborgene Tür öffnet. Ab und an meldet sich der Spielleiter über einen kleinen Fernseher und gibt Denkanstöße. Denn anders als bei manchen Konkurrenten „wollen wir schon, dass unsere Gäste mit einem Erfolgserlebnis nach Hause gehen“, sagt Betreiber Matthias Stahlmann.

Eine Schatzkiste wird geöffnet

Eine Schatzkiste wird geöffnet.

Quelle: Nancy Heusel

Nur noch zwei Minuten haben wir, um das letzte Rätsel zu lösen. Das Herz schlägt wie verrückt. Dann plötzlich finde ich den geheimen Buchstabencode, der uns die Zahlen für das letzte Schloss bringt. Als noch 34 Sekunden auf der Uhr sind, haben wir es geschafft. Selten habe ich meine Freunde allesamt so strahlen sehen wie nach diesen 60 Minuten. Wir sind alle noch ganz aufgebracht und können nicht aufhören, über das Erlebte zu reden. Doch schon geht es weiter.

Die Welfenverschwörung – Raum mit Stadtbezug

„Hannover 1895“: Im zweiten Raum sind wir Meisterdiebe, die den sagenumwobenen Welfenschatz stehlen sollen. Im Herrenzimmer von Herzog Ferdinand von Calenberg starten wir. Sofort werden wieder sämtliche Bücher inspiziert, überall suchen wir nach Hinweisen. Auch hier staunen wir, als sich verborgene Türen öffnen. Doch die Zeit vergeht so verdammt schnell. Dann plötzlich steht der Schatz direkt vor uns. Natürlich öffnen wir die Klappe, um ihn herauszuholen, doch sofort verschwindet unser Ziel im Boden. Lange Zeit stehen wir auf dem Schlauch, arbeiten nicht gut zusammen und resignieren fast. Doch als sich wieder eine Tür öffnet, ändert sich das. Je mehr Zeit verrinnt, umso hektischer wird es. Noch drei Minuten, und uns fehlt mal wieder der letzte Hinweis. Doch irgendwann klappt es doch noch, bei eineinhalb Minuten Restzeit bleibt die Uhr stehen. Puh! Wieder besteht enormer Redebedarf, doch ein Raum wartet noch.

Im Kontrollzentrum beobachten die Mitarbeiter das Spielgeschehen

Im Kontrollzentrum beobachten die Mitarbeiter das Spielgeschehen.

Quelle: Nancy Heusel

„Die Zeitmaschine“ des genialen Professor Brown wurde gestohlen. Wir – als seine Assisteten – haben 60 Minuten Zeit, um sie wieder aufzutreiben. Scheitern wir, sind wir für immer in der Vergangenheit gefangen. Die verschiedenen Zeitepochen sind extrem liebevoll und trickreich dargestellt. Beispiel: Künstliche Fackeln hängen an den Wänden, die anfangen zu leuchten, wenn man sie an das künstliche Feuer hält, das man vorher wiederum selbst anstecken musste. Beeindruckend! Einmal mehr vergessen wir die Wirklichkeit. Doch nach zweieinhalb Stunden purer Anspannung merken wir, wie langsam die Konzentration nachlässt. „Normalerweise spielt man nur ein bis zwei Räume nacheinander“, sagt Matthias Stahlmann. Viele machen nach einem Raum eine Pause, gehen kurz in die Stadt, um was zu essen und neue Kraft zu sammeln.

Fazit: Unbedingt ausprobieren! Gerade wenn man vorher nicht weiß, was einen erwartet, macht das Spielen der Räume extrem viel Spaß. Bei „Hidden in Hannover“ haben sich die Konstrukteure viel Mühe gemacht und etliche Details eingebaut, die den Räumen eine wahnsinnig reale Atmosphäre geben. Zu zweit ist der Preis von 35 Euro pro Person zwar teuer, jedoch „ist die perfekte Gruppengröße vier bis fünf Personen“, so Stahlmann.

Anzahl der Spieler bestimmt den Preis

Der Trend stammt aus Japan. 2015 starteten die „Hidden Games“ in Hamburg, seit 2016 gibt es sie in Hannover. Ab zwei Personen kann man versuchen, aus Escape-Rooms zu entkommen. Das ist bei allen Anbietern gleich. „In 95 Prozent der Fälle ist auch die Zeitvorgabe 60 Minuten Standard“, sagt Matthias Stahlmann. Je mehr Spieler antreten, desto günstiger wird es pro Person. Bei „Hidden in Hannover“ zahlt man zu zweit 35 Euro pro Person, zu sechst 21 Euro pro Person und Raum. Es gibt immer einen Raum mit Stadtbezug. In Hannover ist das die „Welfenverschwörung“. Aktuell bauen die Betreiber einen vierten Raum, der Anfang 2018 fertig sein soll. Jugendliche ab 14 können alleine, Jüngere sollten mit ihren Eltern spielen. Gebucht wird in der Lavesstraße 80, unter 0511/54 30 11 71 oder online unter hidden-games.de

Von Timo Gilgen


Anzeige
Bildergalerien Alle Galerien
Die AfD ist im Bundestag - Ihre Meinung?

City Click

"Märchenhafte Stimmung über dem Tiergarten" - so betitelte NP-Leserin Catharina Cordes ihr Foto. In der Tat: Ein märchenhaftes Bild.

zur Galerie

Schicken Sie uns Ihren City Click!

Haben Sie ein tolles Motiv fotografiert? Die Redaktion wählt mehrmals pro Woche die schönsten Leserfotos aus und veröffentlicht sie in der City Click Galerie.

Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok