Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Es wird friedlicher in Hannover
Hannover Meine Stadt Es wird friedlicher in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 05.03.2018
Symbolfoto: Wohnungseinbruch
hannover

 Weniger Gewaltdelikte und mit exakt 114 685 Straftaten eine geringere Anzahl an Delikten insgesamt als 2016 – die Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr weist im Zu­ständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover eine positive Entwicklung aus.

„Ein deutlicher Rückgang bei Gewaltdelikten, ein geringerer Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger am Gesamtstraftatenaufkommen, keine weitere Zunahme beim Wohnungseinbruchdiebstahl und spürbare Rückgänge beim schweren Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen sowie bei den Diebstählen von Kraftwagen sind bemerkenswerte Resultate unserer Bemühungen für mehr Sicherheit“, sagte Polizeipräsident Volker Kluwe, der die Statistik gestern vorgestellt hat.

Unterm Strich regis­trierte die Polizei 7013 (oder 5,76 Prozent) Straftaten weniger als 2016; einzige Ausnahme: Bei den Sexualstraftaten hat es einen leichten Anstieg um 199 auf 786 Taten gegeben. Maßgeblich sei dies auf die Einführung des neuen Straftatbestandes der sexuellen Belästigung zurückzuführen, so Kluwe. Indiz dafür: Die Beleidigung auf sexueller Grundlage sei im Gegenzug um 171 in nahezu gleicher Höhe zurückgegangen.

Mit ihrer Aufklärungsquote von 62,37 Prozent konnte die hannoversche Polizei das hohe Niveau von 2016 halten, es entspricht exakt dem Landesdurchschnitt. Besonders erfolgreich sind die Ermittler beim Aufklären der Straftaten im Bereich der Körperverletzung, hier liegt sie bei über 89 Prozent. Schlecht dagegen ist die Quote beim Diebstahl aus Wohnungen. Sie sank im Vergleich zu 2016 (gut 23 Prozent) noch einmal und liegt aktuell bei 18,33 Prozent.

„Diese zurückgehende Aufklärungsquote erfordert eine Weiterentwicklung unseres Konzeptes und die Konzentration auf täterorientierte Ermittlungen“, so Kluwe.

Einen deutlichen Rück­gang verzeichnete die Polizei auch beim Raub – 740 Taten hat sie registriert, gut 14 Prozent weniger als 2016. Besonders der Straßenraub ging zurück auf 269 Fälle (minus 93), ebenso der Raub von Handtaschen mit jetzt 29 Fällen (minus 20) sowie der Raubüberfall in Wohnungen. 32 Fälle registrierte die Polizei, 26 mehr waren es 2016 gewesen. Beim räuberischen Diebstahl flossen 175 Delikte (minus 28) in die Statistik mit ein.

Vorsätzliche Tötungsdelikte (Mord und Totschlag) hat es 2017 auch gegeben, hier ist der Rückgang auch erfreulich: 46 Taten haben die Beamten festgestellt, zwölf weniger als 2016. Dabei blieb es bei 31 Tö­tungs- und sieben Mordversuchen. Tatsächliche Morde hat es 2017 fünf gegeben, nach elf 2016.

Diebstahl und Einbruch

41 571 Straftaten und damit 4039 weniger als 2016. Damit wurde der Trend in diesem Bereich fortgesetzt. Vor allem beim einfachen Diebstahl (minus 3297) und beim schweren Diebstahl aus Fahrzeugen (minus 224) verbesserte sich die Statistik erneut. Beim Diebstahl aus Wohnungen kamen 2919 Fälle zur Anzeige (minus 18), allerdings konnte die Polizei nur gut 18 Prozent aufklären. 307 Tatverdächtige konnte sie ermitteln, davon wa­ren 174 keine deutschen Täter (gut 56 Prozent). Am meisten wurde in den Stadtbezirken Bothfeld-Vahrenheide (199), Buchholz-Kleefeld (180) und Misburg-Anderten (153) eingebrochen. Wohl noch in diesem Monat veröffentlicht die Polizei für Stadt und Umland eine wöchentliche Statistik.

Körperverletzung

Weniger Gewalt untereinander. Fazit der Polizei für das vergangene Jahr: „Bemerkenswert ist, dass 2017 nicht nur weniger vorsätzliche leichte Körperverletzungsdelikte an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden, sondern auch die gefährlichen/schweren Körperverletzungen zurückgegangen sind.“
2017 flossen 7979 (minus 235) und 2641 (minus 393) schwere oder gefährliche Körperverletzungen in die Statistik ein. Die Aufklärungsquote der Polizei liegt hier bei den Delikten mit Körperverletzung bei gut 89 Prozent. Insgesamt registrierte die Polizei 11 098 Taten, ein Minus von 691 oder 5,86 Prozent.

Sexualdelikte

Die Polizei verzeichnet hier einen Anstieg um knapp 31 Prozent (plus 199) auf insgesamt 786 Taten. Davon entfallen allein 202 Fälle auf die Ende 2016 geschaffene Straftat der sexuellen Belästigung (Paragraf 184i). „Das ist also kein Fallzahlenanstieg, die Delikte werden nun richtigerweise zu den Sexualstraftaten ge­zählt“, so Polizeipräsident Volker Kluwe. Positiv: 2017 gab es keinen Fall von sexueller Belästigung aus Gruppen heraus, wie sie ebenfalls neu unter Strafe gestellt ist. Die Zahl der Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen stieg hingegen um sieben auf 155, Rückgänge gab’s beim Kindesmissbrauch (111, minus 32).

Von Andreas Voigt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!