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Meine Stadt Erobern Black Jackets das Steintor?
Hannover Meine Stadt Erobern Black Jackets das Steintor?
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00:15 30.10.2013
Quelle: Petrow
Hannover

"Im Rotlichtmilieu ist viel Geld zu verdienen. So ist es nicht verwunderlich, wenn die Black Jackets versuchen würden, das Terrain zu übernehmen“, sagt der Kriminologe. Rückblick: Zwölf Jahre lang war der Präsident des Hells-Angels-Charters Hannover, Frank Hanebuth, der König im Steintor-Viertel. Seine Bodyguards standen vor den Türen der Clubs. Im November 2011 gab der zurzeit in Spanien inhaftierte 49-Jährige seinen Rückzug bekannt. Im vergangenen Sommer löste er sein Charter auf. Zu groß war offenbar der Druck der Polizei inzwischen geworden. Seit dem Abgang von Hanebuth und Co. sei „die Türsteherszene ein bisschen verwaist gewesen“, sagt Pfeiffer. „Es war aber nur eine Frage der Zeit, wann andere auf die Idee kommen, sich hier breitzumachen“, so der KFN-Chef.

Die Black Jackets, deren Markenzeichen die schwarze Kutte mit dem Konterfei einer Bulldogge ist, haben inzwischen in Hannover ein Chapter gegründet. „Die Gruppierung ist der Polizei seit einigen Monaten bekannt“, erklärt Sprecherin Martina Stern. Über polizeiliche Erkenntnisse hinsichtlich der Mitglieder und eines Machtvakuums im Steintor machte sie gestern keine Angaben. Pfeiffer geht nicht davon aus, dass die Black Jackets in Hannover schon dick im Geschäft sind. „Es ist noch nicht erkennbar, dass sie eine ähnliche Macht entfaltet haben wie seinerzeit die Hells Angels.“

Inwieweit die Black Jackets es schaffen, das ehemalige Hells-Angels-Terrain zu übernehmen, bleibe abzuwarten. Es hängt nach Pfeiffers Einschätzung auch vom Auftreten der Rocker ab. Egal, wie die Black Jackets vorgehen: „Ich bin sicher, dass die Polizei alles mit großer Aufmerksamkeit verfolgt“, sagt Pfeiffer. Doch nicht nur Black Jackets, auch andere Rockergruppen könnten ins Steintor drängen, um sich die Geldquellen zu sichern. Blutige Revierkämpfe wie Anfang der 1990er Jahre im Rotlichtmilieu in Hannover erwartet Pfeiffer jedoch nicht: „Ich denke nicht, dass die Polizei eine Situation wie damals zulassen wird.“ bm

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