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Meine Stadt Ermittlungen gegen die GSG 9
Hannover Meine Stadt Ermittlungen gegen die GSG 9
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06:15 12.06.2012
Einsatz der GSG 9 im Privathaus von Rockerchef Frank Hanebuth. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Die Großrazzia mit Beamten der GSG 9 bei Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth am 24. Mai hat ein Nachspiel - für die GSG9. Oberstaatsanwalt Ulrich Iburg ermittelt, weil ein Beamter der Anti-Terror-Eliteeinheit Hanebuths sechs Monate alte anatolische Hirtenhündin Leila erschossenhat.

„Ein Tierarzt hat Anzeige bei der Polizei in Mellendorf erstattet“, sagt Behördensprecherin Kathrin Söfker. Vorwurf sei ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz: die Tötung eines Tieres ohne vernünftigen Grund. Die Anzeige richte sich gegen unbekannt.

Die Polizei müsse nun den GSG- 9-Schützen ermitteln und befragen, in welcher Situation er sich befand, als er das Tier tötete. Die Behörde in Potsdam äußerte sich gestern auf Anfrage nicht.

Beamte der GSG 9, die zur Bundespolizei gehören, hatten sich am 24. Mai morgens um fünf Uhr von einem Hubschrauber auf das private Anwesen des Hells Angel in Bissendorf-Wietze abgeseilt. Dort lebt Hanebuth mit seiner Gefährtin, und auch sein Sohn (11) schlief die Nacht dort.

Andere Polizisten hatten das Tor zum Grundstück aufgerammt. Hintergrund der Aktion: Der Rockerchef habe grünes Licht zur Ermordung eines türkischen Zuhälters in Kiel gegeben - das behauptet Aussteiger und Kronzeuge Steffen R. (40). Nach der Leiche des Türken sucht die Polizei noch. Hanebuth bestreitet die Anschuldigungen.

Vergangenes Jahr waren zwei Hunde von Hanebuth vom Grundstück entkommen und hatten Passanten angefallen und verletzt. Sie wurden von Polizisten erschossen. Danach hatte er sich die Hündin angeschafft, einen Anatolischen Kangal. Sie werden groß und kräftig und haben einen ausgeprägten Beschützerinstinkt.

Entscheidend ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft, in welcher Situation der Beamte auf das Tier traf. Ob er in einer Gefahrenlage war oder dies glaubte. Wer grundlos ein Tier tötet, kann mit Haft bis zu drei Jahren bestraft werden.

Hanebuth war an jenem Morgen nach draußen gelaufen und hatte sich den Polizisten gleich zu erkennen gegeben. Da er aber zu Boden gebracht und gefesselt worden war, habe er nicht genau sehen können, was Leila tat. „Nur, dass sie hinter einem Auto um die Ecke kam“, sagte der 47-Jährige.

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