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00:15 22.12.2012
FRÜHMORGENDLICHER AKTIVPOSTEN: Cedric Schmalstieg ist einer von 1700 Austrägern, die den NP-Lesern die aktuelle Ausgabe ihrer Lieblingszeitung zustellen.
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Hannover

VON CHRISTOPH DANNOWSKI

HANNOVER. 3.55 Uhr. Eine Stadt im Tiefschlaf. Dichter Nebel wabert über den Maschsee, selbst am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer begegnen mir nur zwei Autos. Ich denke an Krankenschwestern und Ärzte, Feuerwehrmänner und Taxifahrer, an die Morgencrews der Radiosender, alles morgendliche Aktivposten - wie der, den ich jetzt in Döhren treffe.

Wie verabredet steht Cedric Schmalstieg vorm Chinesen am Uhrturm, der 25-Jährige ist schon auf Betriebstemperatur. „Nein, ich bin nicht mit dem Ex-OB verwandt“, sagt der Auszubildende lachend, „und ich habe auch nichts mit der Gebäudereinigung zu tun.“ Mit dem Nachnamen Schmalstieg gibt es in Hannover immer irgendwie Erklärungsbedarf. „Ist das nicht ein schöner Morgen?“, fragt er fröhlich und gibt sich gleich selbst die Antwort: „Milde Temperatur, kein Regen, kein Schnee und Eis. Besser geht es doch gar nicht.“

200 Zeitungen muss der Azubi einer großen Krankenkasse heute verteilen, eigentlich kennt er sich in Döhren nicht gut aus. „Ich bin Springer“, erklärt Cedric Schmalstieg, „ich werde da eingesetzt, wo Austräger Urlaub haben, krank sind oder sonst ausfallen.“ Meistens erfährt er am Vortag, wo es frühmorgens hingeht, manchmal aber auch erst am ganz frühen Morgen. In Döhren trägt er seit einer Woche aus, die Tour hat er aber schon schlafwandlerisch sicher drauf. „Ich bin jung, kann schnell reagieren und lerne schnell.“ Beispielsweise, in welche Briefkästen die NP gehört und wer lieber die Neue Zürcher oder die Welt lesen möchte - acht Titel verteilt Schmalstieg an diesem Morgen.

Für mich macht der sportliche Typ eine Ausnahme. Wir gehen von Haus zu Haus, normalerweise joggt er. „Gut für die Fitness - und laufend bin ich flott fertig“, erklärt der Mann aus Vahrenwald. Gestern Abend hat der Hobbykicker noch bis 21 Uhr Fußball gespielt. „Dann wurde es Zeit fürs Bett, später als 22 Uhr mache ich nie das Licht aus.“ Logisch, wenn zwischen 3.30 und 4.30 Uhr der Wecker klingelt.

Gerade dieser Tage mag er seine Nebentätigkeit. Manchmal hängen Dankeschön-Briefchen am Kasten. „Ich habe auch schon zehn Euro bekommen“, sagt der Springer, „es ist toll, wenn die Leser einen für die Zuverlässigkeit mit einer Aufmerksamkeit belohnen.“ Dank dem Austrägerjob hat er „auch am Monatsende noch Geld in der Tasche“, kann in Urlaub fahren oder Shoppen gehen. „Ein bisschen Spielraum bei den Finanzen macht das Leben entspannter.“

Es ist 5.15 Uhr, als er die letzte NP in der Wiehbergstraße einsteckt - er schaut auf die Uhr, ich habe ihn aufgehalten. „Nun muss ich mich aber ranhalten.“ Zurück in die WG, duschen und ab in die Krankenkasse. Arbeitsbeginn: 6.30 Uhr. „Mit frühem Arbeiten hatte ich noch nie ein Problem“, sagt Schmalstieg, dem nur eines wichtig ist: zehn ruhige Minuten für einen Kaffee und die NP. „Ich bin ein großer Sportfan, da ist die NP natürlich meine Nummer eins. Als Austräger habe ich ein Freiexemplar.“ Dann grinst er übers ganze Gesicht, als wenn sich alleine dafür das Austragen schon lohnen würde.

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