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In diesem Mehrfamilienhaus in Springe geschah die Bluttat.© dpa

Kriminalität

Entsetzen nach Rentnermord in Springe

Wie ein Fels ragt das Mietshaus in der Nähe des Bahnhofs von Springe bei Hannover in den Himmel. Im vierten Stock hinter Häkelgardinen wurden eine 82-Jährige und ihr 75 Jahre alter Ehemann getötet - vermutlich vom eigenen Enkelsohn. Das Entsetzen ist groß.

Springe. Am Tag nach dem Gewaltverbrechen in Springe südlich von Hannover ist das Entsetzen in der Nachbarschaft groß. "Mich hat der Hausverwalter angerufen, dass bei uns ein Doppelmord passiert ist", erzählt eine ältere Dame vor dem siebenstöckigen Mietshaus. "Ich wohne in der sechsten Etage, ich habe davon nichts mitbekommen." So richtig fassen kann die Seniorin noch nicht, dass das Ehepaar aus dem vierten Stock tot sein soll - vermutlich umgebracht vom eigenen Enkel. Dieser hat die Tat nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestanden.

Am Mittwochabend hatten Hausbewohner die Polizei alarmiert, weil sie Hilferufe aus der Wohnung des 75-Jährigen und seiner 82 Jahre alten Ehefrau gehört hatten. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod der beiden Senioren feststellen. Zu Einzelheiten der Bluttat halten sich die Ermittler am Donnerstag bedeckt. Der 25 Jahre alte Enkel des getöteten Paares wurde noch am Mittwochabend in unmittelbarer Tatortnähe festgenommen. Wo genau, sagen die Fahnder nicht.

Der Mann ist psychisch krank, daher wird er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die Leichen der Opfer sollten schnellstmöglich obduziert werden, ein Ergebnis lag zunächst nicht vor. Medienberichten zufolge verbrachte der Enkel bereits in der Vergangenheit einige Zeit in der Psychiatrie. 2011 war er demnach nackt in einem Pflegeheim der Kleinstadt Springe aufgetaucht und hatte später auf der Polizeiwache zwei Beamte mit Schlägen verletzt. Er soll früher auch mit Drogendelikten und anderen Straftaten aufgefallen sein. "Ich habe den Enkelsohn hier öfter gesehen. Zu mir war er überfreundlich", berichtet die Nachbarin vor dem Haus. "Er hatte Probleme und hat nie gearbeitet."

Die Opfer seien nette Leute gewesen, sagt die Seniorin. Wie nett die Getöteten waren, bekräftigt auch ein anderer langjähriger Nachbar über die Gegensprechanlage. "Sie waren noch zwei Stunden vorher bei mir. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Es tut mir so leid", sagt der alte Mann, der immer wieder aus dem Fenster im zweiten Stock schaut. "Mehr kann ich dazu nicht sagen." Vor der versiegelten Wohnungstür des Paares in der vierten Etage steht ein Korb mit Kürbissen. Das Treppenhaus ist gepflegt, auf den Fensterbänken stehen Orchideen und andere blühende Blumen. Aus dem Haus blickt man auf das Herbstlaub der Bergkette Deister. Der große Parkplatz unten gehörte früher zu einem Supermarkt, der vor einiger Zeit geschlossen wurde. Ein trostloser Anblick.

 dpa


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