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Oberirdisch oder unterirdisch? Eine Strassenbahn biegt in die Kurt-Schumacher-Straße ein.© Decker (Archiv)

Verkehr

Entscheidung über D-Tunnel nach Ostern

Nach einer dreijährigen Debatte wollen die Mehrheitsfraktionen von SPD und Grünen voraussichtlich nach Ostern über den sogenannten D-Tunnel entscheiden.

Hannover. Die Sozialdemokraten neigen zum 130 Millionen Euro teuren Tunnel, die Grünen wollen die Einführung eines neuen Niederflursystems prüfen.
Gestern haben sich Steintoranlieger für den Tunnel und eine Einschränkung des Autoverkehrs ausgesprochen. Veit Görner, Vertreter von Steintor e.V. und Direktor der Kestnergesellschaft, wirbt für einen Umbau ohne Bahnen: „Wie schön könnte die Straße als Allee aussehen.“ Durch Rosenquartier und Ernst-August-Galerie sei der Bereich bereits deutlich belebt, das ließe sich durch mehr Platz für Fußgänger noch steigern. Die Einführung von Niederflurbahnen sei zu teuer, Hochbahnsteige lehnt Görner ab: „Die wären im Stadtbild wie Bremsklötze.“

Architekt Dirk Baumunk, der sich ebenfalls bei Steintor e.V. engagiert, hat bereits Vorschläge für eine Umgestaltung gemacht, die der Verein jetzt der Politik vorlegen will. Sie orientieren sich an der Umgestaltung der benachbarten Langen Laube. Baumunk schlägt eine Temporeduzierung auf 30 vor, Durchgangsverkehr solle weitgehend verschwinden.
Ebenfalls gestern gabs aber auch gewichtigen Zuspruch von Planern für eine neue Strecke mit Niederflurbahnen durch die Innenstadt. Die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) lehnt den Tunnel ab. Mit Blick auf die erwarteten Baukosten von 130 Millionen Euro sagt die Vorsitzende der Regionalgruppe Niedersachsen Karin Kellner: „Es ist nicht erstrebenswert, so viel Steuergeld im Erdreich zu versenken.“ Das gelte auch, wenn ein Großteil der Baukosten vom Bund übernommen werde.
Die SRL halte eine Niederflurlinie für zukunftsweisend. So seien auch künftig vergleichsweise günstige Erweiterungen des Netzes möglich. Ein Gutachten, mit dem die Üstra Mehrkosten für Niederflurbahnen belegen wolle, sei „unvollständig“.

So sei nicht erwähnt, dass sich mit jedem Hochbahnsteig weniger bis zu 2,5 Millionen Euro sparen ließen. Die Annahme, dass auch für Niederflurbahnen ein Bahnsteig mit 30 Zentimeter Höhe gebraucht werde, sei falsch. Neue Bahnen kämen mit 22 bis 25 Zentimetern aus, dann seien auch keine Geländer mehr nötig: „Diese Bahnsteige wären auch hervorragend für das Anfahren mit hannoverschen Niederflurbussen geeignet.“

wig


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