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Dr. Susanna Zapreva-Hennerbichler.

Hannover

Enercity: Strompreis bleibt vorerst stabil

Stadtwerke-Chefin gibt Garantie bis März. Für danach ist auch nichts geplant – alles hängt von Politik und Börsenentwicklung ab.

Hannover. „Bis März bleibt der Strompreis auf jeden Fall stabil – auch darüber hinaus haben wir für 2018 derzeit keine Erhöhungen geplant“, sagte Susanna Zapreva, Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Hannover, im Gespräch mit der NP. Damit bleibt der Preis für den Grundversorgungstarif als Basis der meisten aktuellen Angebotsmodelle stabil – zu­letzt gab es eine Erhöhung zum 1. Januar 2016.
Was die Zeit ab April angeht, will sich Zapreva nicht festlegen, denn neben den Unwägbarkeiten der Preisentwicklung an den Strombörsen sowie für Aufwand und Kosten der eigenen Stromerzeugung gibt es den Unsicherheitsfaktor Politik in Sachen Steuern, Abgaben, Umlagen: „Wir wissen ja nicht, was die neue Regierung in Berlin so machen wird. Ich hoffe aber sehr, dass die EEG-Umlage halbiert wird.“
Während die Stadtwerke Hannover mit ihrer Marke „Enercity“ die Preisbasis für die meisten ihrer Tarifvarianten unverändert gelassen hätten, hätten allein zu Beginn dieses Jahres 405 Grundversorger (in der Regel Stadtwerke/kommunale Versorger) ihre Preise erhöht, einige davon deutlich. So gab es laut den Stadtwerken Hannover in Braunschweig einen Aufschlag von 5,6 Prozent, in Nürnberg von 4,6 Prozent und in Laatzen (Eon) gar von 9,4 Prozent.
Die Grundversorgung ist der Tarif, den man als Kunde erhält, wenn man sich um nichts weiter kümmert und nur sagt: Ich will Strom. Das ist dann ein Vertrag ohne Laufzeit und mit kurzer Kündigungsfrist – aber der teuerste. Laut Zapreva sind inzwischen „weniger als die Hälfte unserer Kunden noch im Grundtarif“ – und die Stadtwerke tun einiges dafür, dass es noch weniger werden, auch wenn sie dann weniger verdienen. Grund: „Lieber kannibalisieren wir uns selber, als dass wir Kunden an den Wettbewerb verlieren.“ Sprich: lieber Kunden mit eigenen attraktiven Angeboten halten und weniger mit ihnen verdienen als sie an die Konkurrenz verlieren – und dann gar nichts mehr von ihnen haben.
Der Info-Dienst „Finanztip“ hat jüngst festgestellt, dass dank sinkender Netznutzungsentgelte einige Anbieter die Preise senken könnten – „Enercity“ zwischen 13 Euro für 1500 kWh (Kilowattstunden) und 38 Euro für 4500 kWh Jahresverbrauch. Korrekt, sagt Zapreva, doch hätte „Finanztip“ nicht die ge­stiegenen Kosten der Stadtwerke gegengerechnet: Allein von 2016 auf 2017 seien etwa die Umlagen und Netzentgelte für die Stadtwerke um 4,6 Prozent gestiegen – und man habe – siehe oben – den Preis trotzdem nicht erhöht. Außerdem sei absehbar, dass der Strom an der Börse teurer werde – alles zusammen wäre das mehr als das von „Finanztip“ errechnete Senkungspotenzial.

Von Ralph Hübner


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