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Ermittlungen laufen noch: Christian Wulff© dpa

Justiz

Ende der Ermittlungen gegen Wulff unklar

Seit Februar 2012 ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff. Ein Ende des umfangreichen Verfahrens ist noch nicht in Sicht. 

Hannover. Die Staatsanwaltschaft Hannover kann eigenen Angaben zufolge noch nicht absehen, ob sie ihre Ermittlungen gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff noch vor der niedersächsischen Landtagswahl beenden wird.

"Wir wissen nicht, wie es sich weiter entwickelt", sagte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch in Hannover. Die Landtagswahl in Wulffs Heimatland am 20. Januar 2013 spiele dabei keine Rolle. Sollte die Entscheidung noch vor der Wahl fallen, könnte der Fall im Endspurt des Wahlkampfs zum größeren Thema werden.

Im Zuge der Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft inzwischen mehr als 100 Zeugen vernommen. Zudem sei zahlreichen anonymen und namentlichen Hinweisen nachgegangen worden, sagte der Sprecher.

Vor wenigen Tagen seien Informationen aus Spanien eingetroffen, die noch ausgewertet würden. Gegen Wulff wird seit Februar 2012 wegen Vorteilsannahme ermittelt. Dies hatte zu seinem Rücktritt geführt.

Grundsätzlich gebe es drei Möglichkeiten, das Verfahren zu beenden. Neben der Anklageerhebung beziehungsweise des Strafbefehls könnte das Verfahren auch mangels Tatbeständen oder wegen Geringfügigkeit eingestellt werden. Das gleiche gelte für die Ermittlungen gegen Wulffs ehemaligen Vertrauten Olaf Glaeseker.

Die Staatsanwaltschaft prüft seit Mitte Januar, ob sich der frühere Sprecher vom Veranstaltungsmanager Manfred Schmidt bestechen ließ. Glaeseker soll kostenlose Urlaube in Feriendomizilen des Event-Managers Manfred Schmidts verbracht haben. In beiden Ermittlungsverfahren hätten die Anwälte der Beschuldigten inzwischen Akteneinsicht erhalten, entsprechende Einlassungen seien aber noch nicht erfolgt.

Im Fall Glaeseker rechne man damit zwar in den kommenden 14 Tagen. Es könne jedoch genauso gut sein, dass sich die Anwälte nicht äußern. Dies werde nicht belastend gewertet. Grundsätzlich würden beide Verfahren vollkommen unabhängig voneinander bewertet und bearbeitet. Im Fall Wulff überprüft die Behörde, ob Wulff Gefälligkeiten vom Filmproduzenten David Groenewold angenommen hat.

Konkret geht es um Aufenthalte der Wulffs auf Sylt 2007 und 2008 sowie einen Besuch auf dem Oktoberfest 2008 mit der dazugehörigen Hotelübernachtung.

Unterdessen wurde am Mittwoch in Berlin von zwei Journalisten der "Bild"-Zeitung das Buch "Affäre Wulff " vorgestellt. Demzufolge sollen die ersten Vorwürfe gegen Wulff, die am Ende zum Rücktritt führten, aus seiner engsten Nähe in Hannover in die Öffentlichkeit gelangt sein. Es ging dabei zunächst um den Privatkredit für Wulffs Eigenheim in Großburgwedel. Die Staatsanwaltschaft erklärte, sie wolle das Buch gegebenenfalls bei den Ermittlungen berücksichtigen. dpa


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