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Kino

Elyas M'Barek im Astor in Hannover

Der Schauspieler Elyas M'Barek und Regisseur Bora Dagtekin haben am Montagabend den dritten Teil des Kinoerfolgs "Fack ju Göhte" im Astor vorgestellt. 

Hannover. Es scheint nicht ganz unanstrengend zu sein, tagelang durch die Republik und von Kino zu Kino zu tingeln – so richtig Bock auf Interviews hatte Elyas M’Barek (35) nämlich nicht, als er im Astor den dritten und letzten Teil der „Fack ju Göhte“-Reihe vorgestellt hat. Und Fotografen sollten doch bitte auch keine Bilder in den Kinosälen vom Künstler machen, was allein deshalb schon komisch wirkt, wenn hunderte Handykameras ein mehrfaches dessen an Fotos entstehen lassen ... Aber gut.

„Super, es ist sehr schön hier zu sein und wir freuen uns über den sensationellen Erfolg und dass der  Film so gut ankommt, die sind alle total begeistert“, ratterte der Schauspieler auf die Frage, wie es denn an diesem Montagabend in Hannover so ist, dann doch runter.

Immerhin nahm sich der Leinwandstar Zeit für diejenigen, die sich so richtig auf ihn gefreut haben – seine (vorwiegend minderjährigen und weiblichen) Fans. Die hatten sich im Saal 7 und 8 (insgesamt 783 Besucher) des Astor-Kinos an der Nikolaistraße die Komödie mit M’Barek in der Hauptrolle (spielt da den Lehrer Zeki Müller) erst den Film angesehen und dann ihren Film-Liebling aus nächster Nähe anhimmeln und ausfragen dürfen. Wer denn seine Lieblingsfigur aus der Fantasy-Serie „Game of Thrones“, wollte eine junge Frau wissen. „Khaleesi“, begann der 35-Jährige aufzuzählen, „John Snow ist Bombe und diese krassen Eistypen auf ihren Pferden.“

„Fack ju Göhte“-Regisseur Bora Dağtekin (39) – übrigens ein Hannoveraner! – war mit dabei und lief mit einem Mikrofon durch die Reihen und bat die Zuschauer um ihre Fragen an den Leinwandhelden. „Nee“, Lehrer hätte M’Barek sicher nicht im echten Leben werden wollen und klar kann ein Mädel noch ein Foto mit ihm machen: „Bei mir zu Hause“, witzelte er, Selbstbewusstsein hat er. Und dass es keine Fortsetzung von Deutschlands erfolgreichster Kinoserie (die ersten beide Teile lockten mehr als 14 Millionen Besucher in die Kinos!) begründete Erfinder Dağtekin so: „Man soll doch aufhören, wenn es am Schönsten ist. Außerdem müssten wir sonst noch 25-mal wiederkommen.“

Sie schwimmen auf einer Erfolgswelle – und das lassen die Macher auch ein wenig raushängen: Der Ton ist salopp, eigentlich schmierig, man betitelt sich „Wichser“ untereinander und spricht vom „Final Fack“ im Hinblick auf den dritten Teil, es ist halt ein bisschen wie in dem Film selbst. Den sich an dem Abend auch 96-Trainer André Breitenreiter (44) „ganz privat mit der Familie“ angesehen hat, aber das nur am Rande.

Spannend ist vielmehr, dass Dağtekin den Film „eigentlich dort spielen lassen wollte, wo ich groß geworden bin“, verriet er im Gespräch mit der NP. „Ich hätte es echt cool gefunden, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, hier zu drehen.“ Er entschied sich dann aber für Berlin und Bayern, da kamen eben die Gelder aus der Filmförderung her. Der 39-Jährige ist mit 22 Jahren weg aus Hannover, nach dem er in Davenstedt aufgewachsen und sein Abitur an der Helene-Lange-Schule gemacht hat. Schnitt? „2,8“, so Dağtekin lachend, „interessiert heute doch auch niemanden mehr.“

Auf die Schule in Linden war er übrigens vom Kaiser-Wilhelm-Gymnasium (KWG) gewechselt, „weil ich keinen Bock auf Latein hatte.“ Stattdessen wählte er die Fächer Englisch und Deutsch, „was aber nicht zwingend besser war.“ Was geworden ist aus ihm allemal etwas: Für seine Filmarbeiten („Türkisch für Anfänger“, „Doctor’s Diary“, „Fack ju Göhte“) hat er Auszeichnungen wie den Deutschen Fernsehpreis, den Deutschen Comedy- und Adolf-Grimme-Preis  sowie einen Bambi erhalten.

Gepackt hat er das auch, weil er so einen trockenen Humor hat, „den habe ich aus Hannover.“ Und weil er ja am Montag ein Heimspiel in der Heimat hatte, klärte er M’Barek über ein paar Eigenheiten seines Geburtsortes auf: „Man trifft sich am Kröpcke oder unterm Schwanz.“ Letzteres ließ den „Fack ju Göhte“-Star natürlich gleich aufhorchen: „Das muss ich gleich mal googeln. bei Youporn.“

Von Mirjana Cvjetkovic


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