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Meine Stadt Eltern stinkt der Weg zum Ihme-Zentrum
Hannover Meine Stadt Eltern stinkt der Weg zum Ihme-Zentrum
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13:41 21.06.2010
Da bekommt man Angst: Dunkler Gang ihm Ihme-Zentrum Quelle: Kunzfeld
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Es ist die große Bauruine der Stadt: das Ihme-Zentrum. Nichts bewegt sich dort, seitdem der Investor Carlyle vor Monaten Insolvenz angemeldet hat. Frühestens für Sommer 2011 rechnet die Insolvenzverwaltung mit einem rettenden Konzept. Und mitten in dieser Beton-Ruine sitzt das Jugendamt der Stadt Hannover.

Müssen Schwangere, Mütter oder Paare etwa Sorgerechtsangelegenheiten klären, führt sie ihr Weg durch eine Ruine zum Jugendamt im Ihme-Zentrum. Eltern haben keine Wahl, sie müssen vorbei an Absperrgittern und durch dunkle Gänge und Treppenhäuser, in denen es nach Urin riecht. Seit 2001 sitzt der Fachbereich in Linden. „Die Stadt wollte damit ein Zeichen setzen“, erklärt Sprecherin Konstanze Kalmus. Man habe ans Ihme-Zentrum geglaubt, man tue dies auch weiter. Gewiss konnte die Verwaltung die Insolvenz und den Baustopp nicht erahnen. Doch kann man sich mit den Worten „Wir sind nur Mieter, nicht Eigentümer“ herausreden? Sind die Zustände tragbar?

Auch Béla Anda, Kommunikationsdirektor des Finanzdienstleisters AWD und früherer Sprecher der Bundesregierung unter Gerhard Schröder, blieb der verworrene und teilweise unheimliche Weg durch das Ihme-Zentrum zum Jugendamt nicht erspart. Er hatte dort vor einigen Tagen etwas zu erledigen und fragte sich danach, wie Schwangere oder Mütter mit kleinen Kindern den Weg meistern: „Es ist ein Jammer, wie Hannover mit den Müttern umgeht und was ihnen zugemutet wird“, so Anda.

Kalmus räumt ein: „Schön ist die ganze Situation nicht.“ Sie betont aber, dass der Weg zum Jugendamt gut ausgeschildert sei. Besucher sehen das anders. „Es ist unübersichtlich hier“, sagt eine Frau, „abends würde ich hier nicht alleine langlaufen.“ Eine Mitarbeiterin, die anonym bleiben will: „Das ist eine verlassene Stadt.“ Im Winter sei es am schlimmsten. Schnell müsse sich etwas ändern. Aber: „Seit Jahren bewegt sich da nichts mehr. Am Anfang gab es zumindest noch die Hoffnung“, so eine Kollegin.

Die Stadt will von ihrem Kurs nicht abweichen und weiter als Mieter Zeichen setzen. Man gehe davon aus, dass „sich noch etwas tun wird“, so Kalmus. Erst wenn andere Signale ausgesendet werden, werde auch über Konsequenzen nachgedacht.

(Britta Lüers, Zoran Pantic)

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