Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Eltern - ein Risiko auf dem Spielplatz
Hannover Meine Stadt Eltern - ein Risiko auf dem Spielplatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:18 17.09.2017
Unterschätzte Gefahr: Rutschen Kleinkinder auf dem Schoß eines Erwachsenen, sind Verletzungen wahrscheinlicher. Quelle: dpa
Anzeige
hannover

Man sieht es täglich auf Spielplätzen, so gut wie alle jungen Eltern tun es – und doch ist es eine unterschätzte Gefahr. Laut einer neuen Untersuchung aus den USA steigt das Risiko eines Beinbruchs, wenn Kleinkinder auf dem Schoß von Mama oder Papa rutschen.

Diese Art von Brüchen – speziell des Schienbeins – entsteht demnach, wenn Kinder mit ihrem Bein an einer Stelle der Rutsche hängenbleiben, der Schwung des Erwachsenen sie aber weiterschiebt. Rutscht ein Kind allein, seien die auf die Beine wirkenden Kräfte geringer. Auch Barbara Ludwikowski, Chefärztin der Chirurgie des Kinderkrankenhauses Auf der Bult, beobachtet solche Fälle immer häufiger: „Bei unseren eigenen Patienten sehen wir zunehmend Unterschenkelbrüche von Kleinkindern, die mit Begleitpersonen rutschen.“ Eine Studie zur Zahl solcher Unfälle in Deutschland oder Hannover gebe es jedoch nicht, so Ludwikows­ki.

Es sind nicht die einzigen schweren Verletzungen bei Kindern auf Spielplätzen, die vermeidbar sind. So warnt Inke Ruhe, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“, Eltern davor, sich auf dem Spielplatz vom Smartphone ablenken zu lassen.

Sie verweist auf eine Untersuchung aus Österreich. Demnach hat sich seit den Anfängen der Smartphone-Ära im Jahr 2008 bis zum Jahr 2015 die Zahl der Unfälle auf Spielplätzen von Kindern unter fünf Jahren mehr als verdreifacht. „Dieser Anstieg könnte auf den Faktor ,Ablenkung’ durch die zunehmende Smartphone-Nutzung zurückzuführen sein“, heißt es in der Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) aus dem vergangenen Jahr. Beobachtungen ergaben demnach, dass neun von zehn Aufsichtspersonen nicht ganz bei der Sache seien – in der Hälfte der Fälle war das Handy der Grund.

Von Valentin Frimmer

Anzeige