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SPURENSICHERUNG: In diesen
 Alfa Romeo, der von einem Freund
 gesteuert wurde, hatte sich Sunay
 S. geflüchtet. Erst am Leibnizufer
 merkte der Fahrer, dass S. tödlich
 getroffen auf dem Rücksitz lag.

SPURENSICHERUNG: In diesen
Alfa Romeo, der von einem Freund
gesteuert wurde, hatte sich Sunay
S. geflüchtet. Erst am Leibnizufer
merkte der Fahrer, dass S. tödlich
getroffen auf dem Rücksitz lag.© Christian Elsner

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Gericht

Elf Schüsse, aber kein Mord?

Es soll reines Machogehabe gewesen sein, ein Streit türkischstämmiger Männer um eine Frau. Und danach eine heftige Prügelei. Die Auseinandersetzung vor einer Diskothek an der Goseriede am Morgen des 2. Juni kommt am 19. November vors Landgericht.

Hannover. Die Staatsanwaltschaft hat den Todesschützen Vural T. (36) aus Hamburg, der viele Male auf den flüchtenden Garbsener Sunay S. (32) geschossen haben soll, nur wegen Totschlags angeklagt. Die Männer hätten zuvor gestritten, das spätere Opfer sei nicht arglos gewesen, sagt Oberstaatsanwältin Irene Silinger. Arg- und Wehrlosigkeit seien aber Voraussetzung bei einer Anklage wegen heimtückischen Mordes.

Nach der Prügelei, bei der der spätere Todesschütze heftig eingesteckt haben soll, hatte der eine Waffe aus einem Auto geholt. Er habe zuerst sieben Mal geschossen, ohne zu treffen, hieß es nach der Tat. Und dann vier Mal auf das Fahrzeug, in das der Flüchtende gesprungen war. Eine Kugel durchschlug die Heckscheibe, traf Sunay S. auf dem Rücksitz in den Kopf. Der Schütze wurde kurz danach auf der Autobahn Richtung Hamburg gefasst. Seine Waffe fand die Polizei am Messeschnellweg.

Erst im September hat das Schwurgericht einen türkischstämmigen Mann, der im Steintorviertel einem anderen Diskobesucher ein Messer ins Herz gerammt hatte, wegen versuchten heimtückischen Mordes zu neun Jahren Haft verurteilt. Der Täter hatte unter Kokaineinfluss gestanden, das Opfer überlebte nur, weil es sofort ins Krankenhaus kam. Auch da war Streit um eine Frau Auslöser gewesen. Der Täter hatte nach bereits beendeter Auseinandersetzung sein Opfer überraschend von hinten angegriffen – daher Heimtücke.

Im neuen Fall sieht die Staatsanwaltschaft dieses Mordmerkmal nicht. Durch den heftigen Streit sei das spätere Opfer gewarnt gewesen, so Sprecherin Silinger. Ob ein anderes Mordmerkmal – niedere Beweggründe – in Betracht komme, müsse der Prozess zeigen. Wohl deshalb hat der Angeklagte bisher keine Aussage gemacht. Für den Prozess soll er drei Verteidiger haben.


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