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Meine Stadt Einzelhandel will sechs Prozent mehr Lohn
Hannover Meine Stadt Einzelhandel will sechs Prozent mehr Lohn
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00:16 27.04.2017
TARIFAUFTAKT: Verdi-Beschäftigte des Handels auf ihrem Zug durch Hannovers Innenstadt. Quelle: Wilde
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HANNOVER

Im Mai startet die Tarifrunde für den Einzel- (15.) und Großhandel (10.) in Niedersachsen und Bremen – Anlass für die Gewerkschaft Verdi, am Montag in Hannover schon mal ihre Forderungen kundzutun und mit einem Marsch durch die Innenstadt auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

Das sind die Eckpunkte aus Gewerkschaftssicht: Für die etwa 340 000 Beschäftigten im Einzelhandel soll es sechs Prozent mehr Lohn geben, zudem sollen Verdi-Mitglieder einmal 300 Euro mehr erhalten. Für die rund 110 000 Beschäftigten im Groß- und Außenhandel fordert Verdi 5,7 Prozent und für ihre Mitglieder einen Zuschuss zur Altersvorsorge. Verdi-Landesleiter Detlef Ahting nennt dies Forderungen angesichts „steigender Umsätze und stabiler Gewinne“ in der Branche als angemessen, „verantwortbar, ja sogar notwendig!“ Denn viele im Handel Beschäftigte hätten nur Teilzeitjobs, nur gut ein Drittel eine Vollzeitstelle - das gefährde die soziale Absicherung, besonders was die Rente betrifft: „Viele werden nicht über die Grundsicherung hinaus kommen“, kommentiert der Verdi-Mann die Wirkung des derzeitigen Lohnniveaus.

FORDERUNG: Sechs Prozent plus und Mindestens 1900 Euro im Monat im Einzelhandel. Quelle: Frank Wilde

Laut Verdi arbeitet auch jeder fünfte Hartz-IV-Aufstocker im Einzelhandel. Abgesehen davon betont Verhandlungsführer Arno Peukes, dass „das keine Zuverdiener-Branche ist: Hier arbeiten viele, die davon ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen“. Dafür reiche es angesichts der zunehmenden Teilzeitbeschäftigungen immer weniger. Auch, weil die geforderte Flexibilität (heute so, morgen so, übermorgen wieder anders) bei ausgedehnten Öffnungszeiten die Annahme eines zweiten Jobs erschwere, berichtet Uwe Hamelmann, Betriebsrat bei Ikea.

David Matrai, Verdi-Verhandlungsführer Groß- und Außenhandel, berichtet über „gute Umsätze und gute Gewinne“ in der Branche, zu der etwa Metro Cash & Carry, die Edeka-Lager und der Pharmahandel (Apothekenbelieferung) gehören. Auch hier bedeute ein Durchschnittseinkommen von 2500 Euro Unsicherheit, gebe es ein hohes Risiko für Altersarmut.

Ahting strebt in jedem Falle die an Allgemeinverbindlichkeit des dann erzielten Abschlusses an – denn seit Jahren hätten sich immer mehr Unternehmen „ihrer Tarifverantwortung entzogen. Wir wollen deutlich machen, dass Tariflosigkeit kein attraktiver Weg ist!“ Wer etwa Altersarmut vorbeugen will, komme um Mindeststandards nicht herum, pflichtet Peukes bei – und die biete eben der Tarif.

Von Ralph Hübner

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