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FEIERTREFFEN IM TAUBBLINDENWERK:  Philip und Rauan (Schüler, kurz vor ihrem Tanzauftritt) mit Schirmherr und Unternehmer Martin Kind, Schulleiterin Gudrun Lemke-Werner, Geschäftsführer Volker Biewald und Bürgermeister Klaus Dieter Scholz (von links).

FEIERTREFFEN IM TAUBBLINDENWERK: Philip und Rauan (Schüler, kurz vor ihrem Tanzauftritt) mit Schirmherr und Unternehmer Martin Kind, Schulleiterin Gudrun Lemke-Werner, Geschäftsführer Volker Biewald und Bürgermeister Klaus Dieter Scholz (von links).
© Foto: Petrow

SOZIALES

Einrichtung für Taubblinde

Das Deutsche Taubblindenwerk in Hannover feiert sein erstes halbes Jahrhundert. Die Hilfseinrichtung ist die größte ihrer Art in Europa – und möchte jetzt endlich auch jungen Menschen mit Mehrfachbehinderung bessere Bedingungen bieten.

HANNOVER. „50 Jahre richtungweisende Arbeit für Taubblinde Menschen“ – so brachte Volker Biewald die Sache anlässlich der Jubiläumsfeier des Deutschen Taubblindenwerks am Freitag in Kirchrode auf den Punkt. Der Geschäftsführer der 1967 auf Initiative des Gehörlosenlehrers Karl-Heinz Baaske gegründeten Einrichtung sagte vor den etwa 180 Gästen: „Es stand immer der Mensch im Mittelpunkt des Handelns – ich bin stolz, dass ich diesen Weg fortsetzen darf!“ Und dafür braucht es natürlich Geld – vom Staat und von Förderern aller Art. Etwa um das Internat für mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche auf baldmöglichst barrierefrei hin umgestalten zu können.

Zu den Geladenen zählte etwa Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind, der sich für die Einrichtung „von Anfang an“ engagiert, sie fördert – und der sich überzeugt zeigte, dass die technische Entwicklung in der Hörgeräteakustik in Zukunft dafür sorgen wird, dass auch taubblinde Menschen hören werden.

Auch die Landesregierung hatte einen Vertreter geschickt – Jörg Röhmann, Staatssekretär im Sozialministerium Niedersachsens. Er vertrat seine Chefin, die während der Feier sprechen wollte, es dann aber doch kurzfristig im Bundesrat in Berlin tat. Röhmann schlug schnell den Bogen zum gesellschaftlichen Kontext und stellte fest, dass Integration benachteiligter Menschen nicht ausreiche, es müsse mehr sein: „Inklusion – die vollständige, selbstbestimmte Teilnahme in unserer Gesellschaft – das ist der einzig richtige Weg!“ Und da sei man ja inzwischen etwas weiter als vor ein paar Jahren, sei „Auf dem richtigen Weg, wenn auch oft in kleinen Schritten!“ Von daher forderte er: „Der Begriff der Inklusion muss mit Leben gefüllt werden!“

Wie das geht, zeigt die Einrichtung täglich mit den durch sie betreuten etwa 100 Schülern und rund 200 Erwachsenen, die hier leben und hier oder in externen Werkstätten und Einrichtungen arbeiten. Das Taubblindenwerk ist nach eigenen Angaben die größte Einrichtung für hörsehbehinderte und taubblinde Menschen in Europa, hat etwa 450 Beschäftigte, gut 200 davon arbeiten in Fischbeck bei Hameln. Das Angebot umfasst „die Frühförderung, Kindergarten, Schule mit Internat, Rehabilitations- und Beratungsstelle, Wohnheime für Erwachsene sowie vielfältige Freizeit und Beschäftigungsmöglichkeiten.“

Von Ralph Hübner


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