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Meine Stadt Einbrecherbande in Hannover verurteilt
Hannover Meine Stadt Einbrecherbande in Hannover verurteilt
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00:18 12.02.2018
ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Zivilfahnder der Polizei zeigt am 18.01.2010 in Frankfurt am Main (Hessen) Handschellen. Weil er ausrangierte Hand- und Fußfesseln im Internet verkauft haben soll, steht ein Gefängnis-Mitarbeiter am 07.06.2016 vor dem Amtsgericht Hannover. Foto: Boris Roessler/dpa (zu dpa "Gefängniswächter nach Handfessel-Verkauf vor Gericht" vom 07.06.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++  Quelle: dpa
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 Sie benutzten am Telefon eine Geheimsprache. Sie gaben sich Spitznamen wie „die Glatze“ oder „der Reifen“. Genutzt hat es nichts. Am Freitag wurde eine albanische Einbrecherbande zu hohen Haftstrafen verurteilt.

Richter Stefan Joseph übte 20 Minuten lang eine harsche Kritik an den Verteidigern. „Sie haben zugeschaut, wie sich das Gericht an der Beweisaufnahme abarbeitet“, lautete einer der Vorwürfe. Das Verfahren im Landgericht Hannover zog sich über fünf Monate. Der Richter warf den Anwälten „Stimmungsmache“ vor. „Sie haben eine nahezu unerträgliche Polizisten-Diffamierung betrieben.“ So seien Beamten Lügen und Beweismittel-Unterdrückung vorgeworfen worden. Anstatt mit Geständnissen ein günstigeres Urteil anzustreben, hätten die Verteidiger versucht, den Prozess zu verschleppen.

Die Bande hat von Mai bis Dezember 2016 in unterschiedlicher Besetzung sieben Einbrüche in Supermärkte begangen. Teilweise hätten sie die Tatorte wie „ein Schlachtfeld“ hinterlassen. Die höchste Strafe kassierte Arbim M. (35, Gaunername „Der Kleine“). Er wurde wegen vier Einbrüchen zu fünf Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Sein Komplize Armet O. (39, „Die Glatze“) bekam auch tüchtig was aufs Haupt: Fünf Jahre und vier Monate für vier Einbrüche. Remzi M. (35, „Die Brust“) erhielt viereinhalb Jahre Gefängnis. Gegen ihn liegt ein Abschiebehaftbefehl vor. Er lebt wie Arbim M. in der Region Hannover. Obwohl Advush Q. (38, „Der Reifen“) an den meisten Einbrüchen (fünf an der Zahl) beteiligt war, bekam er mit dreieinhalb Jahren die niedrigste Strafe. Er hatte in den polizeilichen Vernehmungen ein Geständnis abgelegt. Und er wies als einziger keine einschlägigen Vorstrafen auf.

Die Bande wurde am 9. Dezember 2016 nach dem versuchten Einbruch in eine Mellendorfer Spielhalle von der Polizei gefasst. Sie stiegen immer über das Dach in die Gebäude ein. Die größte Beute machten sie am 30. April 2016 in Zeitz (Sachsen-Anhalt). Aus einem Geldautomaten in einem Einkaufszentrum holten sie mehr als 43 000 Euro. Beim Einbruch in einen Rewe-Markt in Delligsen (Kreis Holzminden) zerstörten die Einbrecher die Kühlanlage. Schaden: 12 000 Euro.

Das Gericht stützte das Urteil auf abgehörte Telefonate, DNA-Beweise an den Tatorten und GPS-Daten der Fluchtwagen.

Von Thomas Nagel

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