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TEAMMEETING (von links): Saleh
Tavil (20), Marie-Christin Wierich 
(22) und Jad Lehmann-Abi-Haidar 
(23) treffen sich regelmäßig zum 
Austausch.

TEAMMEETING (von links): Saleh
Tavil (20), Marie-Christin Wierich
(22) und Jad Lehmann-Abi-Haidar
(23) treffen sich regelmäßig zum
Austausch.© Nancy Heusel

Landeskirche

Ein Studentenprojekt macht Schule

Die Landeskirche Hannover unterstützt mit verschiedenen Projekten geflüchtete Menschen. Seit 2015 wurden und werden dafür Millionenbeträge zur Verfügung gestellt. Auch Aynouna - ein gemeinnütziger Verein aus Hannover - engagiert sich für Flüchtlinge. Ein NP-Report.

Hannover. Sie sitzen wieder an dem Tisch, an dem alles begann. In einem Café am Steintor gründeten Studenten der Medizinischen Hochschule im Dezember 2015 den gemeinnützigen Verein Aynouna. Unter dem Motto „Alles beginnt mit Bildung“ will der Verein Flüchtlingen in Jordanien helfen, indem er Kindern im Schulalter Unterricht ermöglicht. Der Begriff „Aynouna“ ist arabisch und hat eine Doppelbedeutung: Zum einen heißt es ,Quelle‘ oder ,Auge‘ - und zum anderen ,Unterstützung‘.

„Ganz ursprünglich haben wir mal überlegt, Medizinprodukte an die Grenze zu schicken. Daraus ist dann schnell mehr geworden, denn die Familien fliehen teilweise über mehrere Jahre. Die Kinder müssen aber lesen und schreiben lernen“, sagt der Vereinsvorsitzende Jad Lehmann-Abi-Haidar (23). Er studiert Humanmedizin an der MHH - genau wie die anderen Vereinsmitglieder. Insgesamt sind 14 junge Studenten an dem Verein beteiligt. Noch ist alles im Aufbau, aber bald wollen die Studierenden auch lokale Schulen mit ins Boot holen, um „die Kinder für das Thema zu sensibilisieren und einen Einblick in Nachbarländer von Syrien zu bekommen“.

„Unsere Wahl fiel auf Jordanien, weil es nun mal an der syrischen Grenze liegt und etwa 1,5 Millionen Flüchtlinge dort sind“, sagt Lehmann-Abi-Haidar. Sein Kommilitone Saleh Tavil (20) fügt hinzu: „Die Kinder stehen bei den Familien aus Syrien immer an erster Stelle. Sie nehmen so ein Angebot dankend an, weil sie nicht das Gefühl haben wollen, versagt zu haben.“ Damit die Hilfe aus Deutschland gezielt ankommt, haben sich die Vereinsmitglieder mit einer Organisation zusammengetan, die direkt in Jordanien arbeitet. „Es ist schwer, dort einen guten Zugang zu finden. Wir wollten eine zuverlässige Quelle, damit die Hilfe auch ankommt“, erklärt Tavil.

Marie-Christin Wierich (22) ist ebenfalls Gründungsmitglied des Vereins: „Wir wollten gezielte Projekte unterstützen und nicht einen Bereich. Das ist uns wichtig. Wir wollen transparent und vor Ort sein.“ Darum flogen drei der Mitglieder, auch Lehmann-Abi-Haidar und Tavil, im Frühjahr 2016 nach Jordanien, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. „Die Schüler müssen von ihrem Wohnort zu den Schulen kommen. Es muss Lehrer, Essen, Schulmaterialien und einen Ort für den Unterricht geben. Da fängt man klein an“, sagt Tavil. Die Lücke, die bei der Flucht aus Syrien entsteht, wollen Lehmann-Abi-Haidar, der erster Vorsitzender des Vereins ist, und seine Kollegen nun schließen: „Die Recherche vor Ort war echt wichtig. Die Grundschulbildung der Kinder muss fortgeführt werden.“

In Jordanien trafen die drei Vereinsmitglieder auf sehr offene Menschen. „Dort arbeiten Syrer und Jordanier Hand in Hand. Das Camp in Zaatari ist nur etwa zehn Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Dort sollten die Flüchtlinge die Zeit menschenwürdig überbrücken können“, sagt Jad Lehmann-Abi-Haidar. Auch in Jordanien kann es zeitweise zu Problemen kommen, denn dort gibt es manchmal auch Schneefall und Minusgrade. „Über Jordanien weiß man allgemein nicht viel. Das können wir ändern“, sagt der 23-jährige Lehmann-Abi-Haidar, „ich bin sehr optimistisch. Wir werden über die sozialen Netzwerke präsent.“

3 Flyer und Homepage von Aynouna sind nun fertig. Der Verein stellt sich erstmals beim „MHH-Slam“ am Dienstag, 7. März, 19 Uhr, im Gebäude 12 der MHH vor. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Mehr Infos zum Verein im Internet unter

www.aynouna.de


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