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Betriebsversammlung: Die Mitarbeiter haben Hoffnung.

Betriebsversammlung am Dienstag: Die Mitarbeiter haben Hoffnung.© Christian Behrens

Bäckereikrise

Ein Körnchen Hoffnung bei Doppelkorn?

Insolvenzverwalter stellt sich vor. Zukunft von Doppelkorn weiter unklar. Mitarbeiter sind verunsichert.

Hannover.  Sie kennen sich untereinander, viele arbeiten schon lange zusammen. Und dennoch blickten die meisten am Dienstag in der Kirchhöfnerstraße in traurige und angespannte Gesichter: 80 Mitarbeiter der Bio-Bäckerei Doppelkorn hatten sich an der Filiale in Limmer versammelt. Grund: Nachdem seit dem Wochenende das Insolvenzverfahren zu Doppelkorn läuft, wurde hier eine kurzfristige Betriebsversammlung angesetzt.

Die Mitarbeiter erhoffen sich viel von der Versammlung: „Wir wollen Transparenz und ein besseres Verständnis“, erklärt eine Mitarbeiterin gegenüber der NP. Besonders schlimm ist die Situation für Familien: „Wenn jetzt kein Geld mehr kommt, sieht es bald ganz schlecht aus. So geht es nicht weiter. Das Konto ist leer“, meint ein Mitarbeiter, der seit zwölf Jahren bei Doppelkorn ist.

Eine junge Frau, die beim Bio-Bäcker eigentlich am 1. August ihre Ausbildung als Bürokauffrau beginnen sollte, wurde nach ihrem Urlaub von der Situation überrascht: „Ein kleines bisschen Hoffnung, dass es weitergeht, ist da noch. Parallel bin ich aber auf der Suche nach einer schulischen Ausbildung.“ Denn der Beginn der praktischen Ausbildung ist für dieses Jahr so gut wie vorbei.

Andere Mitarbeiter sind ein wenig optimistischer: „Wir sind noch jung. Wenn es gar nicht weitergeht, werden wir einen neuen Job finden“, sagt einer. Ein Kollege: „Wir stehen in den Startlöchern und wollen weitermachen.“

Insolvenzverwalter Ralph Bünning konnte am Dienstag noch nicht viel aufklären: „Ich habe die Mitarbeiter heute über die nächsten Schritte informiert. Ich werde mich jetzt zunächst über Vermögen, Ausstände und an­dere wichtige Aspekte informieren.“ Ob und wann wieder produziert wird, kann Bünning zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. Der derzeitige Ge­schäftsführer Manuel Pietrusky war bis zum Beginn der Betriebsversammlung nicht aufzufinden.

Am 24. Juli wurde den Mitarbeitern in einer kurzfristigen Betriebsversammlung mitgeteilt, dass Doppelkorn an den Österreicher Gerhard Haidacher verkauft worden sei. Der stehe aber gar nicht im Handelsregister, wie sich später herausstellte. Die neun Filialen wurden geschlossen und alle Mitarbeiter bis auf weiteres freigestellt. Rund zwei Wochen später arbeitete die Hälfte der Mitarbeiter zunächst in Eigenregie und ohne Bezahlung. Teilweise haben sie seit Ende Juni kein Geld erhalten. „Manche bekamen ihr volles Geld, andere nur 30 Prozent, wieder andere 60 Prozent“, sagte ein Mitarbeiter der NP. Wie es für die Mitarbeiter weitergehen wird, konnte niemand verlässlich sagen – auch der Insolvenzverwalter nicht.

Von Cecelia Fischer

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