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Meine Stadt Ed-Hardy-Shirt verkauft: 50.000 Euro Strafe für Schülerin?
Hannover Meine Stadt Ed-Hardy-Shirt verkauft: 50.000 Euro Strafe für Schülerin?
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19:04 06.04.2010
Marcelline Seitz und Anwalt Jens Klinkert mit dem fraglichen Ed-Hardy-T-Shirt. Quelle: Wilde
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Von Annette Rose

Hannover. Welche Folgen eine kleine Internet-Versteigerung haben kann, hätte sich Marcelline Seitz (19) niemals träumen lassen. Im vergangenen Herbst hatte die Gymnasiastin ein T-Shirt des amerikanischen Modeschöpfers Donald Ed Hardy bei Ebay versteigert. Das Markenshirt, das 90 Euro gekostet hatte, hatte die Schülerin von ihrer Mutter geschenkt bekommen, aber nie getragen. Bei Ebay zahlte die Meistbietende noch 35 Euro dafür.

Kurz nach der Auktion bekam Marcelline Seitz Post von Frankfurter Anwälten, die darauf spezialisiert sind, Markenrechtsverstöße zu verfolgen. Sie behaupteten, dass im Internet abgebildete T-Shirt sei eine Fälschung. 50.000 Euro Strafgeld sollte die Schülerin zahlen und unterschreiben, künftig keine weiteren Fälschungen zu vertreiben.

Marcellines Familie war geschockt. Anwalt Jens Klinkert legte in mehreren Schreiben dar, dass es sich um ein echtes Ed Hardy aus einem Geschäft in der Galerie Luise gehandelt habe. Um die Echtheit beweisen zu können, kaufte er das Shirt sogar von der Ebay-Erwerberin zurück. Die Markenanwälte gaben schließlich die Strafforderung auf, verlangten aber noch 1100 Euro Anwaltshonorar, das die Schülerin verursacht habe und nun zahlen solle.

„Als sie mit Klage drohten, haben wir den Spieß umgedreht“, sagt Anwalt Klinkert. Er reichte Klage vor der Markenschutz-Kammer am Landgericht Braunschweig ein, die alle Urheber- und Markenschutzklagen in Niedersachsen verhandelt. Dort beantragte er die Feststellung, dass die Schülerin kein Urheberrecht verletzt habe, und forderte weiterhin, sie von den Kosten für ihren Anwalt freizustellen.

Seine Rechnung über 1641,95 Euro fügte er bei. Zum Prozesstermin im März erschien keiner der Frankfurter Anwälte. In einem Versäumnisurteil verurteilten die Richter den Inhaber der Ed-Hardy-Markenrechte, der Schülerin die Kosten für die Abwehr der Forderungen zu erstatten. Vergangene Woche haben sie bezahlt.

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