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DFB-Pokal

Dynamo-Fans überrennen Ordner und Polizei

Schwarz-gelbe Dynamo-Invasion in Hannover: Rund 10 000 Fans aus Dresden waren gekommen, um ihr Team im Pokalspiel gegen 96 zu unterstützen. Viele von ihnen sorgten für mächtig Ärger. Hannovers Polizei war mit über 1000 Beamten im Einsatz. Schon im Vorfeld war das Pokalspiel als Risikospiel eingestuft worden. Andreas Rettig, designierter Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, zeigte sich erschrocken angesichts der Ausschreitungen.

Hannover. "Das Stadionerlebnis darf für alle kein Ort des Schreckens werden, auch nicht für Polizisten", sagte Rettig am Donnerstag im "Morgenmagazin" des ZDF.

Beim Anmarsch der Fußball-Anhänger drohte die Situation am Mittwoch zu eskalieren, als 1400 Dynamo-Fans heftig gegen mehrere Süd-Eingänge der AWD-Arena drückten. Die Eingänge wurden deshalb zeitweise geschlossen, was den Unmut der Fans vergrößerte. Etwa 300 Menschen nutzten die Situation aus und überrannten die Einlassstellen oder kletterten über die Zäune.

Die Polizei reagierte mit Pfefferspray, musste aber vor dem Mob kapitulieren. „Wir wüssten nicht, wie wir 2000 Festgenommene unterbringen könnten“, sagte Polizeivizepräsident Thomas Rochell verzweifelt. Kassenhäuschen im Bereich der Südkurve mussten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden.

Die Polizei nahm 16 Fans in Gewahrsam - sie verbrachten das Spiel in einer Zelle, wurden anschließend wieder entlassen; eine weitere Person wurde wegen Körperverletzung vorläufig festgenommen. Mehrere Ordner sowie drei Gäste-Fans erlitten Verletzungen, es kam zu Sachbeschädigungen. So lautet eine erste Bilanz der Polizei.

Überdies hatten sich mehrere Hooligans in der Nähe der Markthalle mit gegnerischen Fans zu Auseinandersetzungen treffen wollen. Beim Eintreffen der Beamten flüchteten die Gruppen. Die Polizei hielt einen Wasserwerfer in der Nähe in Bereitschaft.

Im Stadion ging der Ärger weiter. Rund 150 Anhänger von 96 versuchten in Richtung Fankurve der Dresdner durchzubrechen, wurden aber daran gehindert. 96-Präsident Martin Kind fassungslos: „Ehrlich gesagt: Ich finde es zum Kotzen.“ Während des Spiels zündeten Anhänger beider Mannschaften Pyros. Da Pyrotechnik verboten ist, müssen beide Vereine mit saftigen Strafen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) rechnen.

Probleme hatte es bereits auf dem Marsch ins Stadion gegeben. Immer wieder flogen Flaschen auf Polizisten. Alle paar Sekunden zündeten Böller, regelmäßig glühten Bengalos und Raketen auf. Viele der Fans waren vermummt, trugen schwarze Sonnenbrillen und Handschuhe. Hunderte von Polizisten begleiteten den Zug. Auch nach dem Spiel blieb die Lage angespannt, rund 200 Dresdner liefen nach Abpfiff auf den Platz. Außerdem war die Polizei unter anderem am Waterloo-Biergarten damit beschäftigt, Fan-Gruppen auseinanderzuhalten.

Einsatzleiter Bernd Kirschning sagte nach Abpfiff des Spiels: "Wir waren vom Kräfteansatz gut aufgestellt und konnten den Situationen konsequent begegnen. Leider haben die Dynamo-Fans den Empfehlungen der Polizei nicht immer Folge geleistet, so dass sie wieder nichts dazu beigetragen haben, um ihr schlechtes Image zu verbessern."

Getroffen hatten sich die meisten Dresdner zunächst auf dem Parkplatz des Obi-Baumarkts in Linden. Dort wurde friedlich vorgeglüht – bis die ersten Kamerateams auftauchten. Dynamo-Fans umzingelten ein Fernsehteam und drohten mit Gewalt. Auch einen Fotografen der NP gingen sie massiv an. 16 Leute wurden in Gewahrsam genommen. Alltag bei Dynamo-Fans? „Die meisten sind ganz in Ordnung. Leider gibt es aber eine Reihe von Chaoten, die es immer wieder auf Ärger anlegen“, so einer zur NP. Mehr durfte er nicht sagen. Andere Fans gingen dazwischen und verboten ihm, weiter mit der Presse zu reden.


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