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Meine Stadt Dürfen die das?
Hannover Meine Stadt Dürfen die das?
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05:53 27.10.2012
Gesellige Runde: Die Bauwagen-Bewohner auf dem Kasernengelände. Quelle: NANCY HEUSEL
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Hannover

Die Nacht auf Freitag war mit etwa drei Grad unangenehm kalt, und so tut der Kaffee am Morgen gut. Das alternative Leben in der Wagenburg: Auch wenn sich ihre Bewohner dafür freiwillig entschieden haben – es ist mit Entbehrungen verbunden, gerade in der jetzt beginnenden kalten Jahreszeit. Immerhin: „Wir haben Holzöfen, und das Holz holen wir von unserem alten Platz in Limmer hier rüber“, sagt Esther Wiesemann. Die 27-Jährige wurde von der Gruppe zur Sprecherin bestimmt. Fragen der Presse soll nur die junge Frau beantworten, das haben die Bauwägler so festgelegt.

Sie seien keine Besetzer, stellt die 27-Jährige gleich mal klar. „Weil auf dem Contigelände gebaut werden soll, sind wir von dort ja weg“, betont sie. Seit April habe man in Limmer auf der Industriebrache gelebt und ihr Wohnprojekt vor kurzem auch als Verein beim Amtsgericht angemeldet – „Von Wägen“ wollen sie heißen.

Auch das ist der jungen Frau wichtig: „Wir sind keine Sozialschmarotzer, die von Hartz IV leben. Wir haben Jobs, sind in der Ausbildung oder Studenten. Wenn einer etwas mehr Geld hat, gibt er es demjenigen, der weniger hat“, erläutert die Sprecherin: „Wir leben unseren alternativen Lebensstil. Das ist alles.“ Die ehemalige Bundeswehrkaserne ist für die Gruppe ein Paradies – niemand weiß, wie es dort weiter geht.

Seit mehr als zehn Jahren verwildert das Gelände vor sich hin. Die Bauwägler haben Vorstellungen: „Wir möchten einen legalen Wagenplatz mit Bürgergarten, in dem jeder sein Obst und Gemüse anbauen kann“, sagt Esther Wiesemann. Auch eine mobile Obdachlosenküche wollen sie aufbauen, doch die 27-Jährige sagt: „Zurzeit haben wir eher mit unseren eigenen Obdachlosigkeit zu tun.“

In der Nachbarschaft haben die Bauwägler gestern Flugzettel verteilt, sich vorgestellt und zum Vorbeischauen eingeladen. Zurzeit aber noch schwierig: Das Gelände ist eingezäunt, und die Polizei lässt keinen Besucher rein.

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