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PROMINENTEUNTERSTÜTZUNG:Jürgen Vogel setzt sich für die Aktion „Väter sagen Ja“ ein. Vorm Hotel Adlon in Berlin fuhr er eine Runde auf dem Trecker mit.

PROMINENTE UNTERSTÜTZUNG: Jürgen Vogel setzt sich für die Aktion „Väter sagen Ja“ ein. Vorm Hotel Adlon in Berlin fuhr er eine Runde auf dem Trecker mit.

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Aktion

Down-Syndrom: "Väter sagen ja"

Dass Torin (6) lebt und nicht im Mutterleib getötet wurde, verdankt er seinen Eltern. Cord Groß (48), dessen Familie die Buhmann-Schule in Hannover gegründet hat, entschied sich nämlich mit seiner Frau gegen pränatale Tests. Das Paar bekam drei Tage nach Torins Geburt die Diagnose: Torin hat Trisomie 21, das Down-Syndrom.

Hannover. Er hat insgesamt 47 Chromosomen - und damit eines mehr als seine Zwillingsschwester Carla. Sein 21. Chromosom gibt es dreimal. Der Junge lacht, weint, ärgert sich, kuschelt und redet wie jedes andere Kind. Seine Besonderheit ist nur ein Extra-Chromosom. Rund 50 000 Menschen leben deutschlandweit mit dieser „Laune der Natur“.

„Das war ein Schock“, gibt Cord Groß offen zu. Dann kamen die Selbstvorwürfe: „Haben wir zu lange mit dem Kinderkriegen gewartet?“ Eines hat er jedoch nie in Frage gestellt: „Die Liebe zu meinem Sohn. Ich habe ihn trotz allem sofort ins Herz geschlossen. Das geht doch auch gar nicht anders. Torin ist mein Sohn, und es ist egal, ob er das Down-Syndrom hat oder nicht.“

Doch der 48-Jährige, der inzwischen im Berliner Prenzlauer Berg lebt, weiß auch von Vätern, die ihre Frauen zur Abtreibung drängen: „Ich habe schon öfter erlebt, dass sich ein Mann von seiner schwangeren Partnerin trennt, wenn beim Kind das Down-Syndrom diagnostiziert wird. Oder sie stellen sie vor die Wahl ,das Kind oder ich‘.“ Für diese Männer bedeute ein Down-Syndrom-Kind eine „Egokränkung“, so Groß: „Die wollen kein sabberndes Monster, aber diese Vorstellung hat rein gar nichts mit der Realität zu tun.“

Torins Vater will diese Feigheit nicht länger akzeptieren und hat die Kampagne „Väter sagen Ja“ ins Leben gerufen. Damit will er werdende Eltern ermutigen, sich für ein Kind mit Down-Syndrom zu entscheiden. Groß: „Ja, es ist eine Herausforderung. Aber eine, der es sich lohnt zu stellen. Torin bereichert unser Leben. Seine unbeschwerte Art, die Gabe, direkt auf andere Menschen zuzugehen, das ist schon bemerkenswert.“ Zum Leben gehören Herausforderungen, so der Vater: „Wer keine Risiken will, der sollte nicht heiraten, lieben und erst recht keine Kinder bekommen.“ Groß strebt auch ein weitgehendes Verbot von Spätabtreibungen an: „Eine Gesetzesänderung ist längst überfällig!“

Prominente Unterstützung bekommt er von Schauspieler Jürgen Vogel (47), dessen jüngstes Kind in dieselbe Kita geht wie Torin. Vogel hat selbst fünf Kinder. „Ich hätte mich vermutlich auch für ein Kind mit Down-Syndrom entschieden“, so der Star, „sie sind ein ganz großer Gewinn für die Familie. Sie machen großen Spaß und sind liebenswerte Menschen.“

Auftakt zur „Väter sagen Ja“-Kampagne war eine einwöchige Reise über die Alpen - von Südtirol zum Brandenburger Tor. Streckenweise mit einem Oldtimer-Trecker vom Typ Steyr. Baujahr 1962. Knallrot. Und mit 17 PS nicht der Schnellste. Neben Cord Groß saßen abwechselnd sein Sohn Torin und dessen Freundin Matilda, die auch das Down-Syndrom hat, auf dem Gefährt. Warum mit Tempo 15 über die Alpen? Groß: „Weil ein Trecker für mich Sinnbild für Menschen mit Down-Syndrom ist. Auch er stört im normalen Verkehr, weil er langsamer ist als die anderen und es manchmal nicht ohne Hilfe schafft. Aber genau wie ein alter roter Trecker, so knattern sich auch Menschen wie Torin schnell in unser Herz.“


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