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TATORT: Blumen erinnern an die erstochene Melissa S.

TATORT: Blumen erinnern an die erstochene Melissa S.
 © Foto: Dillenberg

Doppelmord

Doppelmord: Gutachter dringend gesucht

Ein 25-jähriger syrischer Flüchtling soll die Südstädterin Melissa S. und seinen Freund erstochen haben. Ein Gutachten soll klären, inwieweit der mutmaßliche Doppelmörder psychisch gestört ist. Doch bis dahin wird es wohl noch eine Weile dauern.

Hannover.  „Es ist schwierig, einen geeigneten Psychiater zu finden, der sowohl deutsch als auch arabisch spricht“, erklärte der Anwalt des tatverdächtigen 25-jährigen Syrers, Jörg Salzwedel. Denn obwohl der Flüchtling deutsch spreche, seien diese Sprachkenntnisse für eine derartige Untersuchung nicht ausreichend.

Er hatte zugegeben, am Dienstag vergangener Woche in einem Park in Kleefeld einen 23-jährigen Freund mit Messerstichen tödlich verletzt zu haben. Die Ermittler glauben, dass er drei Tage zuvor auch die 27-jährige Melissa S. erstochen hat (NP berichtete).

Überwachungsaufnahmen der Üstra zeigen, wie er an jenem Sonnabend gemeinsam mit dem späteren Opfer in der Bahn saß. Als die junge Frau die Bahn um 22.33 Uhr in der Station Schlägerstraße verließ, folgt er ihr. Nur wenige Minuten später wurde Melissa S. an der Adelheidstraße mit mehr als einem Dutzend Messerstichen getötet.

Der Tatverdächtige sitzt bereits wegen der Tötung seines Freundes in Untersuchungshaft. Montagvormittag um 11 Uhr soll er wegen des Mordes an Melissa S. erneut dem Haftrichter vorgeführt werden. Sein Anwalt hat zuletzt am Freitagabend versucht, mit ihm zu reden, nachdem der 25-Jährige bereist am Morgen von der Polizei vernommen worden war. „Er konnte mir aber nicht sagen, was er den Beamten gesagt hat“, berichtet Salzwedel. „Dann hat er das Gespräch mit mir abgebrochen.“

Nach Angaben des Juristen zeigte sein Mandant Zeichen von Verfolgungswahn. Er habe sich seit Monaten beobachtet gefühlt, durch den Laptop und sein Handy. Er sei auch der Überzeugung gewesen, von seinen Mitbewohnern im Studentenwohnheim am Heidjerhof überwacht und fremdgesteuert zu werden. Auch sein Freund habe mit den Verschwörern unter einer Decke gesteckt. In einer Art ritueller Handlung habe sich sein Mandant nach der Tat den Kopf geschoren, so der Anwalt.

Die Trauerfeier für Melissa S, von ihren Freunden „Lissy“ genannt, findet kommenden Sonnabend im Kreis der Familie und ihrer Freunde statt. Eine Urnenbeisetzung ist zu einem späteren Zeitpunkt im Ruheforst im Deister geplant.

Von Andreas Krasselt


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