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Die Filiale auf der Limmerstraße hat trotz der Probleme geöffnet.

Die Filiale auf der Limmerstraße hat trotz der Probleme geöffnet.© Wallmüller

Hannover

Doppelkorn-Mitarbeiter helfen sich selbst

Die Vollkornbäckerei Doppelkorn macht am Mittwochfrüh in der Limmer Straße 58 wieder auf. Die Mitarbeiter nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand – und produzieren auf eigene Kappe.

Hannover.  Was wird aus der Vollkornbäckerei Doppelkorn? Die Unsicherheit ist weiter groß, aber jetzt nehmen die Angestellten die Sache selbst in die Hand. Heute „ab sieben Uhr morgens öffnen wir das Geschäft in der Limmer Straße und verkaufen unsere bewährten Backwaren“, versprach ein Mitarbeiter der NP. Und so kam es dann auch.

In der Nacht nahmen Bäcker die Produktion in Laatzen wieder auf, mit Mehl beliefert wurden sie von der der Getreide-Anbietergemeinschaft Wendhausen (GAW).

 Deren Sprecher Gerhard Tartsch begrüßte die Mitarbeiteraktion und ist gern dabei. „Ich habe schon scherzhaft von Guerilla-Bäckerei gesprochen“, so der Öko-Bauer. Bezahlt wurde die Lieferung, etwa eine halbe Tonne Mehl, aus Spenden und in Mitarbeiterkreisen gesammelten Geld. Die etwa 60 Beschäftigten, die heute in der Limmerstraße Brot und Brötchen verkaufen sowie die Bäcker in der Produktion arbeiten ohne Bezahlung. „Wir wollen Doppelkorn einfach nicht aufgeben“, sagt der Mitarbeiter.

Die Lage bleibt dennoch unübersichtlich. Der immer noch amtierende, aber weiterhin abgetauchte Geschäftsführer Manuel Pietrusky hatte Zahlungen per Einzugsermächtigung an Lieferanten wie Bohlsener Mühle und auch GAW rückwirkend zurückgeholt. Allein bei der GAW fehlten 20 000 Euro, die Lieferanten holten ihre Ware wieder ab. Damit stoppte die Produktion, die Läden wurden von einer nicht näher bestimmten und benamten Geschäftsführung bis auf weiteres nach Hause geschickt. Ein Insolvenzantrag von dem vermeintlich neuen Geschäftsführer Gerhard Haidacher, einem Ex-Olympioniken (Vierer-Bob) konnte nicht angenommen werden, weil die Geschäftsführung Haidachers offenbar aus formellen Gründen abgelehnt wurde.

Der 34-jährige Pietrusky, der die Produktion und die zehn Doppelkorn-Läden im März von Manfred Dust gekauft (aber noch nicht bezahlt) hat, verfügt über ein weitreichendes Geschäftsmodell. Seinen Schuhladen unterm Hauptbahnhof hat er angeblich verkauft, dennoch ist er noch als Geschäftsführer der Sneaker Connection GmbH mit Adresse in der Bertastraße 3 eingetragen. Dort hat auch die „Black Enterprise Invest GmbH“ ihren Sitz, dessen Geschäftsführer seit dem 24. Juli ebenfalls Gerd Haidacher heißt. Bis dahin war es Pietrusky. Der Doppelkorn-Belegschaft war am 24. Juli gesagt worden, dass ein „englischer Investor“ die Läden übernehmen würde.

Ex-Chef Dust zur heutigen Aktion: „Super! Großartig! Bin stolz auf die Leute“.

Von Petra Rückerl

hannover limmer straße 58

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