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Amtsgericht Hannover

Domina soll Freier geprellt haben

Eine Prostituierte soll einem Freier 67.000 Euro abgeluchst haben. Doch der Fall vor dem Amtsgericht Hannover ist komplizierter, als er zunächst vermuten lässt - nicht nur, weil die Ex-Domina im Zeugenschutzprogramm ist.

VON THOMAS NAGEL

HANNOVER. Eigentlich ist es nur ein Betrugsprozess. Die Ex-Prostituierte „Julia“ soll einem Freier 67.000 Euro aus dem Kreuz geleiert haben, um sich von ihrem Zuhälter freikaufen zu können. Doch wenn Amtsrichter Burkard Littger am 20. Mai gegen die Angeklagte verhandelt, sind mehrere Dinge außergewöhnlich.

Zum einen wird „Julia“ (sie arbeitete als Domina in einem Laatzener Bordell) vom Staat geschützt. Sie ist im Zeugenschutzprogramm, weil sie die einzige Zeugin gegen Salvatore G. war. Im sogenannten Domina-Prozess bezichtigte sie ihn der Vergewaltigung und der Bedrohung. Außerdem soll er sie zur Prostitution gezwungen haben. G. wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Strafe wurde nach einer BGH-Rüge auf sechs Jahre und acht Monate verkürzt.

Zum anderen ist der italienische Gastwirt bereits wegen gemeinschaftlichen Betruges verurteilt, weil er den Freier zusammen mit der Prostituierten abgezockt haben soll. Obwohl G. wegen der Verurteilung kein Zeugnisverweigerungsrecht hat, ist er am 20.Mai nicht als Zeuge geladen. „Das verstehe ich überhaupt nicht“, sagt sein Anwalt Marcus Bartscht. Er habe dreimal die Einsicht in die Strafakten der Prostituierten beantragt, sie aber noch nicht bekommen. Das sind nicht die einzigen Ungereimtheiten. „Julia“ sagte vor dem Landgericht aus, dass G. sie permanent kontrolliert habe. Bei jeder Zuwiderhandlung sei sie verprügelt und vergewaltigt worden.

Nichtsdestotrotz schickte das Opfer seinem mutmaßlichen Peiniger bis kurz vor seiner Verhaftung Liebes-SMS: „Ich liebe dich über alles. Warum willst du mich nicht?“, so eine Botschaft. Die SMS wurden erst auf Betreiben der Anwälte in den Prozess eingebracht. Mehrere Zeugen sagten aus, dass die Prostituierte und G. als Liebespaar aufgetreten seien. Selbst die Ex-Frau von G. demonstrierte für seinen Freispruch. Das Gericht ging davon aus, dass „Julia“ auf Grund der Brutalität von G. traumatisiert sei und sich daher in Widersprüche verstrickt habe.


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  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
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