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BREMST AB: Landesbischof Ralf Meister muss seinen Vorschlag, Post an alle Gemeindemitglieder zu versenden, jetzt nochmal überdenken.

KAMPAGNE

Doch keine Post von der Kirche

Das Vorhaben war ambitioniert: Jedes Kirchenmitglied sollte einenBrief vom Bischof erhalten. Doch es hagelte Proteste: Zu teuer, kritisierten zahlreiche Mitarbeiter. Jetzt zieht Landesbischof Meister die Bremse.

Hannover. Nach zum Teil heftiger Kritik stoppt der hannoversche Landesbischof Ralf Meister eine großangelegte Briefkampagne. Dabei sollten alle rund 2,7 Millionen Mitglieder der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers zwischen Harz und Nordsee einen Brief des Bischofs erhalten. Die Kirche hatte dafür 1,5 Millionen Euro eingeplant. "

Die deutliche Kritik am bisherigen Projekt-Vorschlag fordert eine breitere Debatte innerhalb unserer Kirche über neue und innovative Kommunikationswege", schrieb Meister am Mittwoch in einer Rundmail an alle rund 1.200 Gemeinden der größten deutschen Landeskirche. Deswegen stelle die Kirche das Projekt zunächst zurück.

Meister gab die Entscheidung zudem am Mittwoch beim Generalkonvent der evangelisch-lutherischen Pastorinnen und Pastoren des Sprengels Stade in Rotenburg/Wümme bekannt. In dem Sprengel hatte es viele Stimmen gegen das Vorhaben gegeben. Auch aus Ostfriesland gingen Proteste ein.

So kritisierte Kirchenvorsteherin Herma Heyken im Auftrag des Kirchenkreises Norden, die Landeskirche wolle viel Geld für eine PR-Kampagne ausgeben, während die Gemeinden sparen und kürzen müssten. Viele hätten kaum Geld genug, ihre Kirchen zu heizen. "Sollen mit diesem Brief auch noch die letzten Gutwilligen aus der Kirche getrieben werden?", heißt es in dem Schreiben.

Der Landesbischof erklärte, die Aufgabe der Mitgliederkommunikation bleibe bestehen: "Wie wollen wir die Menschen erreichen, die zu den klassischen kirchlichen Angeboten eher distanziert bleiben, aber als Mitglieder weiterhin unsere Kirche stärken und fördern?" Dazu wolle die Landeskirche nach den Sommerferien eine Umfrage starten.

"Mir ist es ein ehrliches Anliegen, gemeindeübergreifend mit möglichst allen Menschen unserer Landeskirche in Kontakt zu kommen", betonte Meister. Er habe als Generalsuperintendent in Berlin positive Erfahrungen mit einem Brief an alle Mitglieder gemacht. In Hannover hätten ihn neben skeptischen Stellungnahmen zu dem Vorhaben auch wohlwollende und unterstützende Reaktionen erreicht. Eine solche Aktion müsse aber von der Mehrheit aller haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter getragen werden.

Sogenannte Impulspost wurde in den vergangenen Jahren in mehreren der 20 deutschen Landeskirchen aufgelegt. So wenden sich Kirchenleitende der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau regelmäßig per Brief an die Kirchenmitglieder.


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