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Meine Stadt Diskobetreiber hadern mit Rassismus-Gesetz
Hannover Meine Stadt Diskobetreiber hadern mit Rassismus-Gesetz
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00:17 17.12.2015
WER DARF REIN? Ein neues Gesetz soll Diskriminierung an der Clubtür verhindern.
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Hannover

Es gibt Ordnungsämtern das Recht, Busgelder zu verhängen, sollten Menschen aufgrund ihrer Ethnie oder ihrer Religion in Clubs nichts mitfeiern dürfen. Dass es sich dabei nicht um ein Kavaliersdelikt handelt, belegen die möglichen Summen, die für diskriminierendes Verhalten verlangt werden können - bis zu 10 000 Euro sollen Betreiber zahlen, wenn es an der Tür ungerecht zugeht. Damit haben Betroffene mehr Rechte - bisher konnten sich aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Aussehens abgewiesene Personen nur per Privatklage wehren. Sollte ein Betrieb mehrfach auffällig werden, kann sogar die Lizenz entzogen werden.

Für Hannovers Diskobetreiber ist es ein schwieriges Thema. „Wir weisen niemanden aufgrund seiner Nationalität ab“, stellt Louis Meyer, Chef des Funparks am Expo-Gelände klar. Entschieden werde danach, ob jemand aggressiv oder alkoholisiert ist.“ Das betreffe alle, die in seinen Club wollen. „Wer abgewiesen wird, will sich manchmal auch rächen.“ Seine Türsteher würden aber keine äußerlichen Unterschiede machen.

Gleiches gilt auch für Jürgen Uhlenwinkel, Chef des Zazas an der Hamburger Allee. „Grundsätzlich kann jeder kommen, der nicht zu betrunken oder aggressiv ist oder zum Beispiel weibliche Gäste belästigt hat.“ Er befürchtet jedoch, dass die Politik es sich etwas einfach macht. „Wir können nicht jeden reinlassen, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund. Wer nicht darf, denkt dann gern, dass wir irgendwelche Vorurteile haben. Im Zweifel ist er nur zu besoffen.“ Wen Türsteher vorher noch beobachtet hätten, wie er Passanten die Geldbörse stiehlt, habe anschließend nichts im Zaza zu suchen, findet Uhlenwinkel.

Im vergangenen Jahr hatte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband ein Qualitätslogo für Diskotüren entwickelt - verbunden mit einer eintägigen Schulung der Türsteher konnten Clubbetreiber es kommen. Eine freiwillige Aktion. Schon damals hegten mehrere Betreiber ihre Zweifel, ob das Logo etwas bringe. Ein Jahr später hatten sechs von 20 Bars und Diskos in der Region mitgemacht.

Erst im November entschied das Amtsgericht, dass die Sansibar 1000 Euro an einen Rechtsanwalt (32) zahlen muss, der an der Tür aufgrund seiner Hautfarbe abgewiesen worden war. Es gelang dem Betreiber nicht, darzulegen, wieso andere reindurften.

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