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Wetter

Dieser Sommer ist 
nicht freibadtauglich

Einsam zieht eine Schwimmerin ihre Bahnen durch das Wasser des Aegir-Freibades in Ricklingen. Von der guten Seite betrachtet: Sie muss nicht aufpassen, dass sie in irgendjemanden hereinschwimmt. Für Gerd Weßling, den Vorsitzenden des Betreibervereins, ist es allerdings schwierig, in dem Bild etwas Gutes zu sehen: „Die Lage ist im Moment dramatisch.“

Hannover. Fast allen Freibädern in der Region verhagelt der wechselhafte Sommer die Bilanz – teils im wahrsten Sinne des Wortes. Abgesehen von Schnee gab es kaum ein Wetter-
phänomen, dass Niedersachsen in den vergangenen Wochen nicht erlebt hat. „Und der August läuft auch nicht sonderlich überzeugend an“, sagt Weßling. „Wo wir im Ende stehen, kann ich nur ahnen. Und weiter hoffen – auf ein paar gute Tage.“

Eine Hoffnung, die Heiko Peters teilt. Auch bei dem Badverwalter im Freibad Leinhausen ist gestern nicht wirklich viel los. „Im Vergleich zu den anderen Jahren hatten wir im Ende Juli ein Minus von rund acht Prozent“, berichtet er. Das sei an sich noch im Rahmen, noch nicht sonderlich schlimm, „wenn der August das dann in irgendeiner Form etwas auffängt.“ Aber auch dem betreibenden Rasensportverein fällt es zunehmend schwerer, an einen positiven Ausgang der Saison zu glauben. „Ohne städtische Zuschüsse hätten wir gar keine Chance mehr“, sagt Peters.

Unzufrieden ist man auch beim Polizeisportverein, der das Annabad in Kleefeld betreibt – wenngleich hier auch Realismus vorherrscht. „Ich bin das 21. Jahr dabei, und wir haben immer Schwankungen“, sagt Badleiter Horst Schröder. Mal habe man 100 000 Mark Gewinn gemacht, „und dann auch investiert, was sich langfristig auszahlt“. Mal habe man aber auch Ende Juli gerade mal 78 000 Besucher gezählt – das war 2011. „Danach folgten zwei Jahre mit 120 000 Besuchern bis Ende Juli. 2016 sind es 95 000 gewesen. Das ist natürlich weniger.“ Wobei Schröder doch auch besorgt in den weiteren August schaut: „Das ging ganz schlecht los, und wenn es so bleibt, bekommen wir Probleme.“

Bei der Stadt ist man noch nicht besorgt angesichts der von ihr betriebenen Freibäder. „Die Zwischenbilanz ist im Moment gar nicht so schlecht wie man vielleicht vermuten könnte. Das liegt insbesondere an einem recht guten Start in die Saison“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Freibadbesuche seien natürlich „absolut wetterabhängig. 2015 ging der Sommer extrem schlecht los, die Zahlen dieses Jahres bis zum Juni lesen sich daher besser“. Im Juli habe es dann einen Rückgang gegenüber 2015 gegeben, insgesamt aber noch aufgefangen durch den stärkeren Beginn. Im Lister Bad wurden im Mai 2016 genau 12 602 Besucher gezählt, im Mai 2015 waren es 4134. Im Juni kamen 25 271 Besucher und damit deutlich mehr als 2015 (20 378). „Damit liegen wir gegenüber 2015 noch im Plus. Ob dies so bleibt, ist im Moment fraglich, das Wetter lädt ja derzeit nicht zwingend zu einem Freibadbesuch ein.“

Genau wie im Lister Bad läuft im Misburger Bad die Saison bis zum 18. September. In Misburg wurde 2015 erst im Juli geöffnet, trotzdem fürchtet Möller, dass die Bilanz dieses Jahr schlechter ausfallen wird.

Die Aussichten

Tipps, wie man sich vor der Hitze schützt und wo man am besten Schwimmen gehen kann – so berichtete die NP vor einem Jahr Anfang August. Dieses Jahr läuft es anders. Dabei ist der Sommer gar nicht mal besonders kalt: „Alles im normalen Bereich“, sagt Thomas Sävert, Wetterexperte beim Kachelmann-Wetterdienst Wetter HD.

„Der Sommer 2015 war nicht die Regel, sondern die Ausnahme, im Schnitt war es bisher 2016 sogar leicht wärmer als sonst.“ Das habe bloß keiner mehr in Erinnerung – „weil die Hitze meist mit sehr wechselhaftem Wetter und häufigem Regen einherging.“ Freibadwetter sehe anders aus: „Wir sind hier aber nicht im Mittelmeerraum, deswegen sind manche Erwartungen unerreichbar.“

Geht es so weiter, könne aber zumindest der August 2016 den Vergleich noch verlieren: „Für die nächsten Tage sieht es weiter schlecht aus, erst zum Wochenende wird es etwas besser.“ Mit gewohnter Regengefahr-Einschränkung. „Was danach passiert, steht in den Sternen“, sagt Sävert. Der Traumsommer bleibt unwahrscheinlich ...

Scherer


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