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Meine Stadt Diebstahl nach Sex - Rentner rastet aus
Hannover Meine Stadt Diebstahl nach Sex - Rentner rastet aus
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23:00 22.02.2010
Im Gericht: Werner G. sitzt auf der Anklagebank und spricht mit seinem Verteidiger Michael Nagel. Quelle: Steiner
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Von Annette Rose

Hannover. Werner G. ist ein kleiner Mann. Vor Gericht trug der 60-Jährige gestern Schuhe mit Absatz, und er hatte sich fein gemacht: dunkelgrauer Anzug, lila Hemd, dunkle Krawatte. In der Nacht zum 13. Oktober hatte G. in einem Hotel in Bahnhofsnähe seine Zufallsbekanntschaft Maria L. (50) mit zwölf tiefen Messerstichen getötet, einer durchtrennte ihre Halsschlagader.

Er sei ausgerastet, weil er die Frau beim Diebstahl erwischt habe, gestand er. Die Slowenin L., die in Uetze wohnte, verblutete in kurzer Zeit. Trotzdem hat das Schwurgericht den Täter zu nur siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt – wegen Totschlags im Affekt.

Die 50-Jährige hatte den Rentner mitten in der Nacht bei einem Burgerbräter im Bahnhof angesprochen. Sie habe ihm einen Kaffee spendiert und erzählt, sie suche einen Mann zum Zusammenleben. Für die Frau, die gezielt vorging, schien G., der sich einsam fühlte und nicht gut drauf war, offenbar ein geeignetes Opfer für einen Beischlafdiebstahl. In der Nacht zuvor war dem Rentner im Bahnhof die Lederjacke mit dem Schlüssel für ein Schließfach gestohlen worden.

Die Täter hatten das Fach mit seiner Reisetasche ausgeräumt. Nur sein Ausweis und 250 Euro, die er bei sich getragen habe, seien ihm geblieben, so der Angeklagte. Er sei der Frau gegenüber zunächst misstrauisch gewesen. Weil sie aber den Kaffee bezahlt habe und das Taxi zum Hotel, „waren meine Bedenken weg“. Am nächsten Tag habe sie ihn mit nach Hause nehmen wollen.

Nach dem Sex im Hotel sei er kurz eingeschlafen. Und wach geworden, als sie seine Jacke und Hose durchwühlte. 70 Euro habe er in ihrer Jeans gefunden, 20 Euro habe sie in der Hand gehabt. Zur Entschuldigung habe sie ihm ein Küsschen geben wollen und neuen Sex angeboten. Da sei er ausgerastet: „Es war wie ein Schlag mit dem Hammer, die ganze Verarschung von ihr wurde mit bewusst. Ich habe geschäumt vor Wut.“ An die tödlichen Messerstiche könne er sich nicht erinnern.

Das sei möglich, erklärte ein Psychiater. Es habe sich wahrscheinlich um eine „affektive Entladung“ gehandelt. Das Schwurgericht unter Vorsitz von Wolfgang Rosenbusch billigte dem geständigen Angeklagten verminderte Schuldfähigkeit zu.

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