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Meine Stadt Die schöne Maria kommt nicht vor Gericht
Hannover Meine Stadt Die schöne Maria kommt nicht vor Gericht
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22:39 14.03.2019
2015 im Amtsgericht: Maria G. stand vor Gericht, weil sie zwei Mitangeklagten Tipps für Einbrüche gegeben haben soll. Sie wurde freigesprochen. Im Bild oben: Ihr Ex-Mann Michael F. – wollte sie einen Auftragskiller auf ihn ansetzen? Diese Frage wird das Gericht nicht mehr klären. Quelle: Wilde
HANNOVER

Es geht um Einbruch, versuchten Mord, Falschaussagen. Und hinter all dem steht ein Rosenkrieg. Selfmade-Mann Wolfgang F. (64) dürfte zumindest in einem Fall die Liebe zu schönen, jungen Frauen bereut haben. Denn er ist fest davon überzeugt, dass seine Ex-Frau Maria G. (43) am 18. Juni 2013 einen Auftragsmörder in Hannover auf ihn angesetzt hatte.

Die hannoversche Justiz hat jetzt den Vorhang zu diesem Schauspiel geschlossen. „Die Schwurgerichtskammer hat die Anklage gegen die Beschuldigte nicht zur Hauptverhandlung zugelassen“, erklärt Landgerichtssprecher Hans-Christian Rümke. Man habe diese Entscheidung akzeptiert, meinte Thomas Klinge, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Im Mai 2016 war Anklage erhoben worden.

Wolfgang F. und seine damalige Frau standen im Sommer 2013 kurz vor der Scheidung. Der Millionär vermutet, dass seine Ex an sein Geld wollte. Doch vielleicht fürchtete sie auch den Entzug der gemeinsamen Kinder. Allein schon, auf welche Beweise sich die Anklage stützt, ist bester Romanstoff.

Im Juni 2013 hörte die Polizei das Telefon der divenhaften Maria G. ab. Sie stand in Verdacht, mit Einbrechern gemeinsame Sache gemacht zu haben. Im November 2012 wurde in das Anwesen von Wolfgang F. (Schloss Ricklingen) eingebrochen. Die Beute an Geld, Schmuck und Münzen soll einen Wert von 1,3 Millionen Euro gehabt haben. Das Verfahren gegen die Ex-Frau wurde eingestellt.

Aus dem abgehörten Telefonat von Maria G. ergab sich der Verdacht, dass sie einen Auftragsmörder auf Wolfgang F. angesetzt habe. So sagte der unerkannt gebliebene Mann zu Maria G.: „Gestern waren so viele Leute da. Unglaublich. Keine Chance. Sie hätten mich gesehen.“

Reicht das für eine Verurteilung wegen Anstiftung zu einem versuchten Tötungsdelikt? „Die Absprache ist alles in allem zu unkonkret“, sagt Rümke. So sei nicht mal klar, ob der damalige Ehemann das Opfer sein sollte. Das Handeln stelle sich als „straflose Vorbereitungshandlung“ dar. Im Verfahren vernahm die Polizei auch einen Zeugen. Er behauptete, dass ihn Maria G. bereits 2008 als Auftragsmörder anheuern wollte oder er stattdessen ins Schloss Ricklingen einbrechen sollte. Wolfgang F. hatte der Polizei diesen Zeugen genannt. Der Millionär hatte eine Belohnung für sachdienliche Hinweise zum Einbruch in sein Domizil ausgesetzt. Deshalb hatte sich der Zeuge bei ihm gemeldet.

Doch die Kammer sah ihn als unglaubwürdig an. Er hatte sich in Widersprüche verstrickt. Vielleicht kannte das Gericht auch eine Entscheidung aus München. Im Sommer 2017 erließ die dortige Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl gegen Wolfgang F. Er hatte im „Wies`n-Prozess“ Beihilfe zur uneidlichen Falschaussage geleistet. Ein falscher Zeuge sollte die Angeklagte, Frau eines Hamburger Millionär-Freundes von F., entlasten. Die Frau hatte auf dem Oktoberfest einen Lkw-Fahrer niedergestochen. Wolfgang F. bestritt immer die Beihilfe zur Falschaussage, akzeptierte aber den Strafbefehl.

Von Thomas Nagel

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