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Meine Stadt Die Mode-Vielfalt der Jung-Designer in Hannover
Hannover Meine Stadt Die Mode-Vielfalt der Jung-Designer in Hannover
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16:05 17.03.2019
Präsentation der Abschlusskollektionen Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Zwölf Studenten der Modeschule Fahmoda setzten am Sonnabend mit ihren Abschlusskollektionen einen fulminanten Schlusspunkt ihrer Ausbildung. Erstmals zeigten sie vor großem Publikum das Ergebnis ihrer intensiven Arbeit der vergangenen sechs Monate.

Der weiße Laufsteg in der Orangerie Herrenhausen erstreckt sich über 40 Meter. Queens Hit „The show must go on“, von Streichern interpretiert, ertönt. „Heute werden vielleicht neue Trends geboren“, kündigt Oliver Peral (50) an. Der Moderator von Radio 21 und Model Louisa Mazzurana (29) führen durch den Abend.

Das Thema ihrer Arbeiten durften die Jung-Designer frei wählen. Die Ergebnisse sind vielfältig. Rebecca Stein (21) schickt die Models in Fell, Wolle und Lack gehüllt vor das Publikum. Sie hat das düstere Thema Depression gewählt. Rollkragen und Masken bedecken Münder und Nasen. Farbkontraste in Rot, Schwarz und Beige spiegeln die Gefühlswelt der Betroffenen wieder. „Ich möchte erreichen, dass über diese Krankheit gesprochen wird“, sagt Stein.

Die Absolventen präsentieren ihre Abschlusskollektionen

Irina Daut entführt mit ihrer Kollektion „Mydriasis“ in die Neunzigerjahre. Zu harten Technobeats marschieren ihre Models mit schwarzen Lippen, Boots und Accessoires aus der Fetischszene über den Laufsteg.

Winnie Janke hat sich von ihren Kindheitshelden Pippi Langstrumpf, Madita und Ronja Räubertochter inspirieren lassen. Ihre KollektionVimmerby“ trägt den Namen des Geburtsorts von Kinderbuchautorin Astrid Lindgren. Karierte Pantoffeln treffen auf Blumenapplikationen und glockige Röcke. Geschickt verbindet sie naturverbundene Lässigkeit mit eleganten Elementen.

René Lang, Präsident des Verbands deutscher Mode- und Textildesigner, Hannemie Stitz-Krämer vom Frankfurter Style Award und Designerin Luisa Verfürth begutachten die Entwürfe der Absolventen ganz genau. Konzept, Umsetzung und Show fließen ebenso in die Bewertung ein wie die Kollektionsmappen der Studenten.

Fahmoda-Geschäftsführer Torsten Max Volmary (55) legt Wert darauf, eine auf den Markt ausgerichtete Ausbildung zu bieten: „Aus der Fähigkeit, eine ganze Kollektion erstellen zu können, erwächst die Karriere eines Designers“, führt er aus. Den ersten Karriereschritt hat Winnie Janke bereits geschafft: Ihre Kollektion wurde von der Expertenjury zur besten des Jahrgangs gekürt.

Rebecca Stein

In ihrer Abschlusskollektion „the good – the bad – the crazy“ beschäftigte sich die Hannoveranerin mit dem Thema Depression. „Viele Menschen aus meinem Umfeld und auch ich selbst waren schon von Depressionen betroffen“, erklärt die 21-Jährige.

Präsentation Rebecca Stein Quelle: Nancy Heusel

Ihre Kreationen sollen ein Zeichen setzen, die Krankheit nicht zu tabuisieren. „Die Gesellschaft sollte offener damit umgehen“, fordert die Nachwuchs-Designerin, „Betroffene benötigen Raum, sich mitteilen zu dürfen, um sich weniger allein zu fühlen.“ Die Gefühlswelt einer Depression transportiert Stein mit starken Farbkontrasten in Schwarz, Rot und Beige sowie dem Zusammenspiel unterschiedlicher Stofflichkeiten von Wolle bis Lack. Mit breiten Stoffbahnen an den Körper gefesselte Arme symbolisieren Bewegungs- und Handlungsunfähigkeit.

Präsentation Rebecca Stein Quelle: Nancy Heusel

Corlien Rinne

„Ella and Marlene“ heißt die Abschlusskollektion der Bielefelderin. Inspiriert von der Multikulturalität der Swing-Kultur der „Goldenen Zwanziger“ versprühen Rinnes Entwürfe Spaß und Lebensfreude. „Das Thema drückt für mich viel Positivität aus“, so die 25-Jährige, „Musik, Tanz und die Bewegung zu Rhythmen bilden die Basis für eine Gemeinschaft.“

Präsentation Corlien Rinne Quelle: Nancy Heusel

Im Verlauf der Dreißigerjahre entwickelte sich die Swing-Kultur zu einer Gegenbewegung des Nationalsozialismus. Diesen Aspekt greift Rinne mit der Gegenüberstellung von Seide und Wolle auf. „Seide steht für den Tanz und die Leichtigkeit“, erklärt sie, „die Wolle symbolisiert das Schwere, das auf den Schultern lastet.“

Präsentation Corlien Rinne Quelle: Nancy Heusel

Die Kollektion schneiderte Rinne zu großen Teilen aus Stoffresten und bereits getragenen Kleidungsstücken.

Lea Hansel

Die Nachwuchs-Designerin aus Rheda-Wiedenbrück wählte für ihre Abschlusskollektion bewusst ein Thema abseits jeglicher Trends: „Ich habe mir überlegt, was mir auch in 40 Jahren noch etwas bedeutet“, sagt sie, „Familie und Freundschaft haben bei aller Vergänglichkeit in unserer Welt Bestand.“

Präsentation Lea Hansel Quelle: Nancy Heusel

Die Stoffe und Schnitte, die die 23-Jährige gewählt hat, repräsentieren Charaktereigenschaften der Menschen in ihrem Leben. „Tüll symbolisiert das Verspielte, die klassischen Mäntel stehen für Bodenständigkeit“, erläutert sie. Ein Oberteil hat Hansel mit den Namen ihrer Freunde verziert. Beigetöne, Weiß, knalliges Orange und dezentes Türkis dominieren ihre Kollektion. „Die freundlichen Farben habe ich bewusst gewählt“, erklärt sie ihr Farbkonzept, „sie sollen Wärme ausstrahlen und eine wohlige Atmosphäre vermitteln.“

Präsentation Lea Hansel Quelle: Nancy Heusel

Von Janina Scheer

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