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Pläne überarbeitet

Die Leinewelle kommt ins Rollen

Das ist ehrgeizig: Schon bei der Eröffnung des dann umgebauten Landtags im Jahr 2017 soll direkt daneben das Surfen möglich sein. Das wünschen sich die Macher des Projektes „Leinewelle“. Einen wichtigen Schritt in diese Richtung haben sie getan. Sie haben ihre Pläne komplett überarbeitet und gestern eine detaillierte Machbarkeitsstudie vorgestellt. Die Stadt gibt sich offen für das Vorhaben und will die Pläne ernsthaft prüfen. NP-Redakteur Christian Bohnenkamp berichtet.

Hannover. Sie haben viele Gespräche geführt, Experten eingeschaltet – und am Ende manches gründlich auf den Kopf gestellt. Am großen Ziel hat sich jedoch nichts geändert. Hannover soll surfen. Nicht irgendwo, sondern direkt vor dem Landtag. „Die technische Machbarkeit ist in jedem Fall erwiesen“, kündigte Heiko Heybey, Initiator des Projektes Leinewelle, gestern bei der Übergabe einer detaillierten Studie an Stadtbaurat Uwe Bodemann (Foto:Surrey)  an.

Der zeigte sich offen für das ambitionierte Projekt. „Wir werden uns ganz ernsthaft damit auseinandersetzen“, sagte Bodemann, der allerdings auch darauf verwies, „dass eine ganze Reihe von Fragen zu klären sind“. Deshalb wird es wohl auch bis Anfang des kommenden Jahres dauern, bis sich die Verwaltung detaillierter zur „Leinewelle“ äußern wird.
Mehrere Treffen zwischen den Machern und der Verwaltung hat es bereits gegeben. Das soll nun auf Grundlage der Studie noch weiter intensiviert werden. „Viele Dinge lassen sich am besten in Gesprächen klären“, sagte Heybey, der gleich auch versicherte, dass sein Team „einen langen Atem“ habe.

Der wird wohl auch nötig sein, denn viele Punkte sind noch zu klären. „Wir haben versucht, so viel wie möglich schon zu beantworten“, sagt Heybey mit Blick auf die neue Machbarkeitsstudie, die sich unter anderem mit dem Denkmal- und Umweltschutz, der Sicherheit und der technischen Realisierbarkeit auseinandersetzt. Mit den alten Plänen, die im letzten Jahr erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, haben die neuen Entwürfe jedenfalls nicht mehr viel zu tun.
Statt am Rand aufgeschütteten Schutts und Sands sind nun im Fluss zwei Stege vorgesehen, die über eine Brücke erreicht werden können. Dazwischen sollen die für das Flusssurfen notwendigen Wellen erzeugt werden.
Bekanntestes Vorbild für das Surfprojekt in Hannover ist die  „Eisbachwelle“ in München, die an schönen Tagen nicht nur Surfer, sondern auch tausende Schaulustige anzieht. „Wir können auch hier eine erhebliche Aufwertung des Ortes erreichen“, ist sich Heybey sicher.

Durchschnittlich 50 bis 60 Kubikmeter Wasser laufen pro Sekunde durch den Leinearm am Landtag. Das reicht laut Studie locker, um attraktive Wellen zu erzeugen.
➊ Derzeit stürzt das Wasser am Leinewehr noch steil nach unten. Für die „Leinewelle“ soll es jedoch eine Schräge mit sieben Prozent Gefälle herunterfließen, an deren Ende es auf eine Art Spoiler trifft.
➋ Das erzeugt in dem dahinter gelegenen Becken die erste Welle, für die eine Breite von circa acht Metern vorgesehen ist.
➌ Dahinter fließt die gleiche Menge Wasser erneut über eine Schräge mit angeschlossenem Spoiler – allerdings bei nur fünf Metern Breite. Das erzeugt mehr Druck und garantiert auch bei niedrigerem Wasser mindestens eine gut surfbare Welle. Daran anschließen würde sich auch noch eine dritte Welle, die vor allem für Surfer attraktiv sein soll.


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