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Eine Messstation an der Göttinger Straße in Hannover.

Eine Messstation an der Göttinger Straße in Hannover.
 © Philipp von Ditfurth

Nach Klagedrohung

Dicke Luft: Schostok fordert Handeln vom Kanzleramt

Die Stadt Hannover verzichtet auf drastische Maßnahmen im Kampf gegen schlechte Luft. Oberbürgermeister Stefan Schostok sprach sich im Ausschuss für ein Handeln des Bunds und der Autoindustrie aus.

Hannover.  Trotz dreckiger Luft: Die Stadt verzichtet auf drastische Maßnahmen im Kampf gegen die noch immer zu hohen Stickoxidwerte in Hannover. Kurzfristig können aus Sicht von Oberbürgermeister Stefan Schostok nur der Bund sowie die Autoindustrie wirksame Maßnahmen zur Luftreinhaltung ergreifen. Der Staat müsse „mit der Blauen Plakette die Luftverschmutzung meiner Ansicht nach so regulieren, dass sie sich in Grenzen hält“, verkündete Schostok am Donnerstag im Ausschuss des Oberbürgermeisters.

Der Bund muss dieses Instrument einführen, die Kommunen müssten es „mit verträglichen Ausnahmeregelungen zumutbar gestalten“, sagte Schostok. Dieselfahrverbote auf bestimmten, hoch belasteten Strecken, lehnt er ab, weil sich so die Probleme nur in andere Bereiche verlagern würden.

Derzeit geht Schostok davon aus, dass das Bundesverwaltungsgericht eine Entscheidung in Sachen Dieselfahrverbote treffen werde. Er hofft allerdings, dass die Politik dem zuvorkomme. „Das Bundeskanzleramt muss handeln“, forderte Schostok.

Untätig werde aber auch die Stadt Hannover nicht sein. Schostok kündigte an, eine „flächendeckende Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge“ aufbauen zu wollen. Gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft arbeite die Stadt an einem Projekt, dass dazu führen soll, dass Waren emissionsfrei in die Stadt geliefert werden können, der Autoverkehr solle mit „intelligenter Steuerung“ flüssiger werden, außerdem solle der Radverkehr ausgebaut und der städtische Fuhrpark weiter modernisiert werden.

Das alles seien jedoch Maßnahmen, die Zeit brauchen. Kurzfristig ließe sich die Luft so kaum verbessern. Das allerdings hatte die Deutsche Umwelthilfe gefordert, die der Stadt bereits mit einer Klage gedroht hatte, wenn diese nicht im September wirksame Maßnahmen vorstellen sollte.

Von Bohnenkamp


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  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok