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BALD FERTIG: Erweiterungsbau des Henriettenstifts in Hannovers Marienstraße.

BALD FERTIG: Erweiterungsbau des Henriettenstifts in Hannovers Marienstraße.
© Foto: Frank Wilde

MENSCH UND GESUNDHEIT

Diakovere: Bestes Ergebnis seit Bestehen

Der Erweiterungsbau des Henriettenstifts in der Marienstraße ist auf der Zielgeraden. Die Diakovere feiert das schon mal und freut sich auch über ein gutes Jahr 2016. Und für die nächsten Jahre stehen Projekte an, die insgesamt 150 Millionen Euro erfordern.

HANNOVER, HANNOVER. Seit 2006 werden Anna-, Henrietten- und Friedrikenstift in Hannover „Aus einer Hand“ geführt – und nach viel „Prozessoptimierung“, „Leistungssteigerung“ und dank „schlankerer Strukturen“ läuft es gut: Im abgelaufenen Jahr hat das „Diakovere“ heißende Unternehmen 3,7 Millionen Euro Überschuss erzielt, „das beste Jahresergebnis seit der Fusion“, erklärte Bernd Weber, Vorsitzender der Geschäftsführung. In den Jahren 2011 bis 2014 hatte es noch Verluste gegeben. Weber ist daher optimistisch: „Wir haben Zutrauen, dass dies sich in den nächsten Jahren fortsetzen wird“.

Die Wende scheint geschafft, und Aufsichtsratschef Hans Ulrich Anke verweist bei der Präsentation des Jahresergebnisses am Montag im vor der Eröffnung stehenden Erweiterungsbau des Henriettenstifts in der Marienstraße stolz darauf, dass das „ohne Personalabbau“ geschehen ist. Im Gegenteil: Mit derzeit rund 4600 Beschäftigten weist Diakovere rund 100 Jobs mehr aus als 2014.

Die Mitarbeiter leisten auch einen Beitrag zur Sanierung: Über vier Jahre hin verzichten sie bis 2018 auf einen (kleiner werdenden) Teil des Weihnachtsgeldes – dadurch kommen zehn Millionen Euro zusammen. Nur so sind laut der Geschäftsführung die „überfällige Instandhaltungen, bauliche Veränderungen im Rahmen der Medizinstrategie“ und eine verbesserte Betreuung möglich. Dafür wurden mit der Gewerkschaft Verdi bis 2020 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

Weber konkretisierte auch, was Diakovere in den kommenden Jahren vor hat: Rund 150 Millionen Euro sollen investiert werden. Darin enthalten sind: Der um- und Erweiterungsbau des Friederikenstiftes in der Calenberger Neustadt und der Neubau des Mutter-Kind-Zentrums am Standort Auf der Bult. Dafür gebe es schon die Zusage des Landes über 70 Millionen Euro Förderung, Diakovere selbst wird etwa 15 Millionen aufbringen.

In der Seelhorst, beim Berufsbildungswerk Annastift, entsteht bis 2020 das „Vitalquartier“, ein Inklusionsprojekt mit Behinderten und pflegebedürftigen Menschen. Mit Hilfe von Investoren entstehen dort 320 Wohnungen und 30 Stadthäuser für bis zu 1000 Menschen – Diakovere will dort für eigene Projekte 22 Millionen investieren. Das Signal angesichts der aktuellen politischen Diskussion um das Umsetzungstempo von Inklusion laut Geschäftsführer Ulrich Spielmann„Wir machen keine Pause bei der Inklusion!“ Schon nach dem Sommer soll eine „inklusive Oberschule“ an den Start gehen.

„Mittelfristig“ wird Kirchrode als Krankenhausstandort aufgegeben – die Kliniken für Alterskrankheiten und Psychosomatik ziehen in die drei Stammhäuser, die Geburtsklinik ins neue Mutter-Kind-Zentrum Auf der Bult und die Gynäkologie in die Marienstraße.

Das ist der Erweiterungsbau

Der Erweiterungsbau für das Henriettenstift in der Marienstraße in Hannover ist auf der Zielgeraden: Bauherr Diakovere feierte am Montag nach gut zwei Jahren Bauzeit die Errichtung des 5-geschossigen Krankenhaustrakts im Park des Altbaus. Rund 32 Millionen Euro wurden dafür aufgebracht – das Land Niedersachsen gab dabei 24 Millionen Euro dazu. Diakovere-Geschäftsführer Mathias Winkelhake nennt diesen Bau „einen ganz wichtigen Meilenstein in der Umsetzung unserer Zukunftsstrategie“.

Enthalten sind sechs OP-Säle, der größte wartet auch mit Technik zur räumlichen Darstellung dessen auf, was die Ärzte durch ihre endoskopischen Kameras im Körper des Patienten auf einem Bildschirm sehen können.

Auf zwei Etagen sind zwei Stationen mit je 25 Zweibett- und einem Dreibettzimmer untergebracht. Jedes der 106 Betten hat ein „Bettzeit-Terminal“ – eine schwenkbare Kombination mit TV-Bildschirm, Telefon und Radio.

Im Untergeschoss ist die zentrale Sterilisation für die je zwei Krankenhäuser des Friederiken- und Henriettenstift untergebracht. „Wir können dort 80  000 Sterileinheiten pro Jahr aufbereiten“, erklärt Winkelhake. Dort wird etwa OP-Besteck desinfiziert.

Durch die „Optimierung der regionalen Versorgungsstrukturen wollen wir auch den Vorgaben für künftige Investitionsförderungen gerecht werden“, sagte der Geschäftsführer. Dabei werde die Versorgung von pro Jahr mehr als 160 000 Patienten auf die drei Stammhäuser in Kleefeld, der Südstadt und die Calenberger Neustadt konzentriert. Ende September, Anfang Oktober soll der Krankenhausbetrieb dann wirklich losgehen.


Von RALPH HÜBNER


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