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KULTURZENTRUM: Asien sollte hier im „9-Drachen-
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Expo-Gelände

Der polnische Pavillon kommt endgültig weg

Auf dem Expo-Gelände sind etliche Pavillons marode. Der polnische wird jetzt abgerissen.

Hannover. VON SEBASTIAN SCHERER

HANNOVER. Es wirkte wie eine unendliche Geschichte - doch gestern hat wohl das letzte Kapitel begonnen: Der polnische Pavillon auf dem Expo-Gelände wird abgerissen. Inklusive Innenausstattung. Vorangegangen ist ein ausführlicher Gerichtsstreit. 13 Jahre lang stritt die Grundstückseignerin Expo Grund mit Thi Nhu Anh Pham, der der Pavillon gehörte, ums Recht.

2001 hatte eine Firma der Unternehmerin Pham, ihres Zeichens letzte Enkelin des vietnamesischen Kaisers, einen Kaufvertrag unterzeichnet - für das Grundstück. Bezahlt hat sie es nie. Expo Grund trat vom Kaufvertrag zurück. Pham hatte zwischenzeitlich Insolvenz für die Firma angemeldet - die erste große Verzögerung im Rechtsstreit. Erst im Dezember 2013 verkündete das Landgericht Hannover ein Urteil, das die Unternehmerin zur Räumung des Grundstückes und zur Beseitigung des Pavillons mit Inventar (mehrere asiatische Tempel, siehe Info) verpflichtete. Es folgten weitere Gerichtsverfahren, am 13. März 2015 dann gab es das Urteil: Die Expo Grund (eine städtische Tochter) darf selbst abreißen. Bei einer Zwangsversteigerung des Inventars ersteigerte ein Vertrauter der Frau alles. Abgebaut wurde weiterhin nicht. Frist bis zum Abriss durch Expo Grund: 31. August.

„Vergangene Woche tauchte ein Unternehmen auf, das abbauen wollte“, sagt Philipp Beisteiner, Anwalt von Expo Grund. Nach eineinhalb Tagen war es verschwunden. „Frau Pham habe nicht gezahlt, hat man uns erklärt.“ Nichts Neues für Expo Grund. Pham sei immer wieder, auch unter dem Mantel verschiedener Firmen, an Expo Grund herangetreten. „Hätte es nicht nur einen Showact für die Presse gegeben, sondern wirklich einen Abbau, wären wir kulant gewesen, wenn es etwas länger als bis zum 31. August gedauert hätte“, so Beisteiner. Allerdings: „Wir halten die Frau Pham für hochgradig unseriös.“

Expo-Grund-Chef Karsten Klaus: „Wir sind traurig, dass wir diesen Schritt gehen mussten.“ Pham habe ihn dazu gezwungen. „Es ging uns nicht um die Zerstörung von Inventar.“ Eindeutiger hätte die Rechtslage jedoch nicht mehr sein können. Dass sich das Kapitel polnischer Pavillon in der Expo-Geschichte schließt, ist für den Chef wichtig: „Wir haben Interessenten für das Grundstück, es ist ein weiterer Schritt in der Nachnutzung des Geländes.“

Auch die Stadt bedauert, dass die Tempel nun verschwinden. „Die Eignerin der asiatischen Holzgebäude hat bis zuletzt leider keine konkreten Anstrengungen unternommen, diese Gegenstände aus dem Pavillon herauszuholen“, erklärt Sprecher Andreas Möser das Vorgehen.

Die Betroffene selbst brach im Gespräch mit der NP gestern in Tränen aus: „Ich habe das nicht für mich erhalten wollen, sondern für Hannover.“ Sie hätte alles sofort der Stadt überlassen. Problem dabei: Gerichte haben entschieden, dass sie gar nichts mehr hatte, was sie hätte überlassen können. Sie sagt nun, am Wochenende hätten Asiaten zum fachgerechten Abbau kommen sollen. Geglaubt hätte ihr in der Verwaltung wohl niemand mehr.


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