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© Rainer Droese

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Der Problem-Bau

Der graue Schrein am Maschsee

Blick auf den Sprengel-Anbau ist frei. Bauhistoriker entsetzt, viel Kritik von Bürgern. SPD: „Gebäude weckt Neugierde“.

Hannover. „Ein wertvoller Schrein“, so hat die Wettbewerbsjury den Anbau fürs Sprengel Museum genannt. Erstmals ist die Fassade jetzt zu sehen. Die Reaktionen sind kontrovers.

Ursprünglich hatte der Schweizer Architekt Markus Peter eine spiegelnde Glasfassade an den See stellen wollen. Er musste den bereits prämierten Entwurf allerdings durch eine Betonfassade ersetzen. Gründe: Es gab Zweifel an der Machbarkeit der Glasfassade, außerdem ist die Beton-Version rund 300 000 Euro billiger.

Der Bauhistoriker Sid Auffarth zeigte sich gestern entsetzt: „Das ist ein bunkerähnlicher Klotz.“ Dieser Neubau sei ein Fremdkörper zwischen dem alten Teil des Museums und dem NDR-Funkhaus: „Wenn innen tanzende Räume sind, wieso kann man das außen nicht erahnen?“

Kulturdezernentin Marlis Drevermann betonte gestern, der Bau sei noch nicht komplett. Es gebe noch Feinarbeiten an der Fassade. Noch fehlten die Verglasung der Loggien, die obere Abschlusskante, die unteren Glasbänder und die Dachhauben für die Oberlichter des Gebäudes. Drevermann hielt sich mit einer Bewertung noch zurück: „Erst wenn ein Gemälde fertig ist, zeichnet der Künstler mit seiner Unterschrift. Und so ist es auch mit einem Gebäude: Erst mit Abnahme des Architekten ist das Gebäude oder ein Bauteil fertig.“

Positive Reaktionen gab es von SPD-Ratsfraktionschefin Christine Kastning, sie findet es spannend, Neues zu wagen: „Der Bau weckt Neugierde, ich bin sehr gespannt, ins Innere zu blicken.“ Lothar Schlieckau (Grüne), der auch Vorsitzender des Kulturausschusses ist, war ursprünglich für die Glasfassade. Begeisterung für das Gebäude erwarte er nicht, da es ein „monolithischer Block“ sei. Aber: „Es wird seine Ausstrahlung haben.“

Freundlich reagiert Wilfried Engelke (FDP): „Die Hannoveraner werden den Bau liebgewinnen, wenn sie drin waren.“ Die Fassade sei edel und elegant. Jens Seidel, Vorsitzender der CDU-Fraktion: „Ich bin enttäuscht. Das sieht aus wie ein Kraftwerk.“

Derzeit veranschlagt die Stadt die Kosten für den Museumsanbau mit 35,7 Millionen Euro, ganz am Anfang waren mal 25,9 Millionen geplant, dabei wurden allerdings übliche Aufschläge für Mehrkosten vergessen. Zeitdruck gibt es außerdem: Das Land hat die Frist zur Fertigstellung bereits um fünf Monate bis zum 31. Mai 2015 verlängert, klappt auch das nicht, sind 11,6 Millionen Euro EU-Fördermittel für den Anbau stark gefährdet. Streit gibt es auch mit Baufirmen, unter anderem wegen Verzögerungen im Ablauf.


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