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Nordstadt-Club

Der Weidendamm ist erstklassig

Dieser Aufstieg ist raketenhaft: Im vergangenen Jahr landete der Club Weidendamm in der Nordstadt Hannovers noch auf dem siebten Platz der beliebtesten Elektro-Clubs Deutschlands, diesmal wählten Leser des Szene-Magazins „Faze“ und Club-Chefs den Hinterhof-Geheimtipp auf Platz zwei – hinter dem Berliner Kult-Tempel „Berghain“. „Wir fühlen uns geehrt“, jubelt Betreiber Sem Köksal (43). Der NP verriet er, wie er sich beim Publikum bedanken will.

Hannover. „Es ist unglaublich“, Sem Köksal (42) kann es immer noch nicht fassen. Seit das Ergebnis der „Faze“-Umfrage raus ist, „hat mein Telefon ungefähr hundert Mal geklingelt“. Der „Weidendamm“-Chef, der seit acht Monaten in Dubai lebt und von dort die Fäden in der Hand hält, will die Auszeichnung gebührend feiern. „Wir werden an einem bestimmten Wochenende unseren Gästen freien Eintritt schenken – das ist unser Dankeschön.“

Das Geheimnis: Immer etwas Neues machen

2011 hatte Köksal, der sich im TV als „Sem, der Clubretter“ mit einer Pro7-Show einen Namen gemacht hatte, den Club übernommen. Wie er es an die Spitze geschafft hat? „Wir verbinden Kunst und Musik“, verrät er. Alle drei Monate schließt der Weidendamm für zwei Wochen, dann wird Tabula rasa gemacht. Alte Deko raus, neue Ideen rein. Über die Künstlergruppe Quintessenz um den Hannoveraner Thomas Granseuer hätten schon Kreative aus ganz Europa im Weidendamm mit viel Liebe zum Detail Hand angelegt. Die Folge: „Die Gäste werden immer wieder überrascht“, freut sich Köksal. Er habe auch schon erlebt, dass DJs, die turnusmäßig einmal im Jahr in der Location auflegen, sich verwundert die Augen reiben.

Viele Star-DJs haben schon im Weidendamm aufgelegt

Tolles Konzept, das nach finanziellem Aufwand klingt: Köksal winkt ab. „Es ist extrem teuer, macht aber viel Spaß. Jeder würde mich für verrückt halten, dass wir das durchziehen.“ Der Erfolg zeichnet sich aber nicht nur durch die Top-Position im aktuellen Clubranking ab: „Wir haben uns etwas aufgebaut, alle namhaften DJs haben bei uns schon aufgelegt.“ Felix Jaehn (23) stand an den Reglern, als ihn noch keiner kannte, Superstar Robin Schulz (30) legte 2013 sogar zweimal in Hannover auf. „Wir haben ein Händchen für Newcomer.“

Die Besucher wissen das zu schätzen, sie reisen für Partys aus ganz Europa an. „Viele Engländer kommen, auch Belgier und Holländer“, zählt Köksal auf. „Jeder, der elektronische Musik mag, war schon hier.“ 400 Leute passen in die Location mit Hinterhof-Atmosphäre. Am 16. Februar legt Yetti Meissner, DJane aus Berlin auf, am 17. Februar wird die „This ain’t Bristol“-Party gefeiert. Besucher dürfen sich dann auf diese „vergängliche Kunst“ freuen: Ein riesiger Roboter nimmt das Partyvolk in Empfang.

Von Andrea Tratner


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