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TARIFVERTRÄGE

Der Warnstreik bei der Gilde-Brauerei läuft

Mehrstündiger Warnstreik seit 12 Uhr bei der Gilde-Brauerei in der Südstadt: Dazu hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die Beschäftigen aufgerufen, nachdem ein dritter Verhandlungstermin am Montag über einen Tarifvertrag erfolglos geblieben ist.

Hannover. Mit Jahreswechsel gehört die Gilde Brauerei GmbH der TCB Beteiligungsgesellschaft aus Frankfurt/Oder - seither gibt es Streit um den Tarifvertrag. Während die Beschäftigten, die vor dem Betriebsübergang bei der Gilde arbeiteten, ihre tarifvertraglichen Ansprüche behalten haben, unterliegen die Arbeitsverhältnisse der mittlerweile über 30 neu eingestellten Beschäftigten keinem Tarifvertrag.

Zwar sind sich TCB und Gewerkschaft grundsätzlich einig, dass es einen Haustarifvertrag geben soll, doch die Vorstellungen zu den Konditionen sind sehr unterschiedlich. Die TCB wünscht sich eine dauerhafte, tarifliche Schlechterstellung für Neubeschäftigte, wohingegen sich die NGG-Tarifkommission dafür einsetzt, dass eine tarifliche Abweichung für Neubeschäftigte nur für eine vorübergehende Zeit gelten dürfe und dann durch eine schrittweise Anhebung auf das Tarifniveau der Altbeschäftigten angehoben werden müsse. 

„Die neue Geschäftsführung empfindet das derzeitige Tarifniveau und die damit verbundenen Personalkosten als zu hoch. Um dem Arbeitgeber den gewünschten kostengünstigen Personalaufbau in der Anfangszeit zu ermöglichen, würden wir über eine zeitlich begrenzte tarifliche Schlechterstellung für Neubeschäftigte verhandeln. Nicht verhandeln werden wir über eine dauerhafte Unterscheidung in zwei Belegschaften, denn das würde die Spaltung der Gilde in die „alten überteuerten“ und die „neuen günstigen“ tariflich besiegeln.“, erläutert die zuständige Gewerkschaftssekretärin Lena Melcher der NGG-Region Hannover.

Julian Weinz, Mitglied der NGG-Tarifkommission und Betriebsratsvorsitzender der Gilde Brauerei GmbH sagte: „Der Betrieb entwickelt sich positiv - die Qualität unserer Arbeitsbedingungen leider negativ. Eine dauerhafte Schlechterstellung der Neubeschäftigten würde über kurz oder lang auch die Arbeitsplätze von uns Altbeschäftigten unter Druck setzen. Von einer kollegialen Belegschaft würden wir uns zu zwei konkurrierenden Belegschaften entwickeln. Mit diesem Warnstreik wollen wir unsere Geschäftsführung dazu bewegen, sich für unsere Kriterien bei einer tariflichen Unterscheidung zu öffnen.“


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