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Meine Stadt Demonstranten erinnerten in Hannover an erschossenen Kurden
Hannover Meine Stadt Demonstranten erinnerten in Hannover an erschossenen Kurden
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23:56 21.06.2014
Mehrere Hundert Teilnehmer ziehen durch die hannoversche Innenstadt, um an die Erschießung des jungen Kurden Halim Dener vor 20 Jahren zu erinnern. Quelle: Dillenberg
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Hannover

Kurdische und linke Organisationen hatten zu der Kundgebung aufgerufen. Die Polizei sprach von rund 1000 Demonstranten, die Veranstalter der "Kampagne Halim Dener" zählten 1500 Teilnehmer. Die Versammlung verlief laut Polizei nahezu störungsfrei.

Die Auftaktkundgebung begann um 15 Uhr auf dem Klagesmarkt, etwa eine halbe Stunde später setzte sich der Aufzug in Richtung Arndtstraße in Bewegung. Im Rahmen einer Zwischenkundgebung am Steintorplatz zeigten einige Versammlungsteilnehmer Flaggen mit verbotenen Symbolen der PKK-Partei und vermummten sich zeitweise. Der Aufforderung des Versammlungsleiters zum friedlichen Protest und zum Einrollen der Fahnen wurde Folge geleistet.

Zu diesem Zeitpunkt bildete sich laut Polizei  innerhalb der Versammlung ein autonomer Block von zirka 200 Personen. Die Beamten griffen wegen der Fête de la Musique in unmittelbarer Nähe nicht ein - dokumentierten aber viele Verstöße gegen das niedersächsische Versammlungsgesetz und das Vereinsgesetz.

Die Poolizei leitete bisher fünf Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Vereinsgesetz und zehn Ordnungswidrigkeitenanzeigen nach dem Versammlungsgesetz ein. Die Auswertung der Dokumentation hinsichtlich weiterer Verstöße ist noch nicht abgeschlossen. Schon bei Kontrollen vor Versammlungsbeginn vor allem am Hauptbahnhof stellte die Polizei bei 43 Personen die Identität fest. Darüber hinaus wurden zwei gefährliche Gegenstände und Vermummungsmaterialien sichergestellt.

Halim Dener war am 30. Juni 1994 nachts beim Plakatekleben für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans PKK von Polizisten ertappt und nach einem Gerangel erschossen worden. Ein Gericht sprach den Beamten vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei, weil er den Schuss unbeabsichtigt unter Stress abgegeben habe. Das Geschehen entfachte eine Diskussion über Fremdenfeindlichkeit und zu schnellen Waffengebrauch der Polizei.

ots/dpa

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