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Meine Stadt Demokratiebewegung geht in die Stadtteile
Hannover Meine Stadt Demokratiebewegung geht in die Stadtteile
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00:16 30.12.2017
„DINNER FÜR DEMOKRATIE“: Am 17. Juni feierten 2000 Bürger mit der „Offenen Gesellschaft“ auf dem Opernplatz. Zuvor traf sich die Gruppe im Regen. Lars Harden, Jörn Hutecker, Insa Becker-Wook, Lars Kompa, Wolfgang Sick, Jens Rehländer, Jasmin Arbabian-Vogel, Matthias Görn, Andreas Möser und Roger Cericius (von links). Quelle: Behrens
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Ja zur Demokratie – auch das war eine Losung aus dem ereignisreichen Jahr 2017. In Hannover gründete die Unternehmerin Jasmin Arbabian-Vogel mit elf Mitstreitern einen örtlichen Ableger der bundesweiten Initiative „Offene Gesellschaft“.

„2018 gibt es wieder Diskussionsplattformen, aber nun wollen wir in jene Stadtteile gehen, deren Bewohner nicht unbedingt zu uns kommen“, erklärt Arbabian-Vogel. Ein Beispiel: „Wenn wir eine Diskussionsveranstaltung im Pavillon machen, kommt nicht unbedingt der Canarisweg. Also gehen wir dorthin. Wir möchten auch in den Stadtteilen Sahlkamp, Mühlenberg und Garbsen mit den Bürgern diskutieren.“

Jasmin Arbabian-Vogel hofft auch auf „andere Blickwinkel“ in den Debatten. So seien die vier Diskussionsplattformen in Hannover aus 2017 alle gut besucht, „es herrschte große Einigkeit“. Debattiert wurde über demokratische Werte, Rechtsstaat und Toleranz. „Es gab ein Bedürfnis, deutlich zu machen“, dass es eine klare Mehrheit für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gebe. „Ein bisschen mehr Kontroverse wäre vielleicht noch besser gewesen“, so die Unternehmerin. Haben denn Initiativen wie „Offene Gesellschaft“ und „Pulse of Europe“ den Job der Politiker übernommen, die Bürger stärker für ihre Demokratien zu erwärmen? Arbabian-Vogel spricht lieber von „Baustein“ und „Ergänzung“. Sie möge nicht auf die Politiker schimpfen, „aber für viele Bürger gibt es einen Vertrauensverlust in der Politik“. Die Leute hätten das Gefühl, dass die Politik eigene Interessen verfolge und nur bis zur nächsten Wahl denke, statt Visionen zu haben. „Da wird viel in Klein-Klein und Strategie verweilt.“

Sie würde wahrnehmen, dass es zur Zeit zwei starke gegensätzliche Bewegungen in fast allen europäischen Staaten gebe, „starke proeuropäische und prodemokratische“, andererseits auch „starke nationalistische“ Kräfte – da sei aktuell Österreich „eines der unrühmlichen Beispiele“. Der Grund, nicht locker zu lassen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass bestimmte Zustände und Aussagen wieder salonfähig werden.“

Was einen Blick zur AFD erlaubt, die auch im Landes-und im Stadtparlament in Hannover eingezogen ist. Macht das ihre Arbeit leichter, weil die Leute sichtbar sind – oder schwerer, weil diese jetzt mehr Möglichkeiten haben, ihre Ideen unters Volk zu bringen?

Jasmin Arbabian-Vogel glaubt: „leichter“. Für die Demokratie sei es nämlich gut, wenn solche Parteien sichtbar würden, weil sie sich so entlarvten. Man könne sich mit ihnen auseinandersetzen. „Wenn sie keine Sichtbarkeit haben und an den Rändern fischen und nebulös agieren können, ist das gefährlicher.“ Die AFD habe jetzt in den Parlamenten die Möglichkeit, sich selbst zu demolieren. „Ich hoffe, sie macht davon Gebrauch.“

Von petra rückerl

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