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Meine Stadt Demo gegen Tanzverbot am Karfreitag
Hannover Meine Stadt Demo gegen Tanzverbot am Karfreitag
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00:15 15.04.2017
Symbolbild.  Quelle: dpa
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Hannover

 Unter dem Motto „Tanzen gegen Tanzverbote“ wollen die Demonstranten ab 18 Uhr vom Hauptbahnhof über den Landtag zum Kulturzentrum Glocksee ziehen. Grüne-Jugend-Sprecher Timon Dzienus: „Die Polizei Hannover hat uns aber Auflagen gemacht: Wir müssen klar als Demo erkennbar sein. Und dürfen deshalb immer nur 15 Minuten Musik spielen und dann fünf Minuten Pause.“ Und er fügt hinzu: „Am Karfreitag selber hätten wir zwischen sieben und elf Uhr gar nicht demonstrieren dürfen. Das ist ein unglaublicher Eingriff in die Grundrechte. Und das alles im Namen der Kirche.“ Der Grübe fordert „ein säkulares Verhältnis von Staat und Kirche anstatt religiös begründeter Eingriffe in die individuelle Freiheit.“ Warum solle Religion die Menschen beschränken?

Auch der Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen Hannover, Björn-Christian Seela, ist überzeugt: „Die Entscheidung über die Ausgestaltung der Stillen Feiertage muss jeder Bürger für sich treffen. Es gibt gar keinen Anlass, jegliche Tanzveranstaltungen zu untersagen.“

Nun fordert auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund eine Lockerung der Feiertagsgesetze. Nötig sei eine „größere Anpassung an die gesellschaftliche Realität“, sagt Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. Es sei kaum nachzuvollziehen, dass das Tanzen verboten, Musik aber erlaubt sei. Eine Tanzveranstaltung in geschlossenen Räumen störe die Feiertagsruhe in der Regel nicht.

Laut Landsberg geht es darum, den Christen die Möglichkeit zu geben, den Karfreitag in Stille zu begehen, ohne anderen ihre Lebensweise vorzuschreiben. Der Staat sollte dabei den Menschen nicht vorschreiben, wie sie zu feiern oder zu leben hätten, meint der Hauptgeschäftsführer.

Von Britta Lüers

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