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Meine Stadt Demenz nimmt rasant zu
Hannover Meine Stadt Demenz nimmt rasant zu
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21:00 22.08.2017
GUTE STUBE: Ehrenamtliche Demenzlotsen wie Angelika von Werder und Annegret Buhrmester (von links) betreuen im Friederikenstift Demenzkranke. Quelle: Foto: Franson
Hannover

Hilflos in der Ecke sitzen? Von den anderen nur belächelt werden? War mal. Weil die Zahl der Menschen mit Demenz rasant steigt, gibt es immer mehr Hilfsprojekte für sie. Nahezu unbemerkt von der Öf­fentlichkeit ist ein Netzwerk entstanden.

Im Sozialausschuss schockte Dagmar Vogt-Janssen vom Fachbereich Senioren erst mal mit Zahlen. Bei den Hochbetagten (85 und älter), die in der Stadt bald drei Prozent der Bevölkerung ausmachen, wird bis 2025 ein Anstieg der Demenz-Erkrankungen um 34,4 Prozent, bis 2030 gar um 47 Prozent erwartet. Experten schätzen, dass dann jeder Dritte betroffen ist.

Die Krankheit, die zu kognitiven, sprachlichen und lebenspraktischen Ausfallerscheinungen führt, ist nach wie vor nicht heilbar. Der Fachbereich Senioren strebt mehr Teilhabe an. Solange es eben geht, sollen Betroffene in den eigenen vier Wänden bleiben.

Schon seit drei Jahren existiert das Projekt „So­cken im Kühlschrank“. Das soll bei Kindern Verständnis wecken und vermitteln, dass Tempo nicht alles ist. Motto: „Eine Schnecke kommt mit der Zeit, wohin sie will.“

Neu entstanden ist die Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Rock. Die führte acht Menschen mit De­menz (50 bis 90 Jahre alt), vier Betreuer und zwei Teamer in den Heinemanhof, wo alle Rockmusik hörten und machten. In der ersten Stunde setzte sich eine 81-Jährige ans Schlagzeug und hielt den Rhythmus zu „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Ein älterer Mann, der anfangs nicht mal die Sticks halten konnte, schaffte ein kraftvolles Drummer-Solo.

Für die Stadtteile Kirch­rode und Linden-Nord sind Demenz-Wegweiser entstanden, besondere Straßenkarten mit Hilfsangeboten. Au­ßer­dem gibt es den De­menzball, Theatergruppen, einen Erlebnis-Parcours.

Monika Stadtmüller vom Seniorenbeirat beobachtet mehr Mitgefühl. Gerade erst war sie Zeugin, wie sich in Mittelfeld vier Menschen um eine verwirrte ältere Dame kümmerten: „Am Ende bekam sie die Hilfe, die sie brauchte.“

Von Vera König

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