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Die Schotten sind dicht.

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 © Foto: Katrin Kutter

Hochwasser

Deichtore in Ricklingen machen dicht - Bad überflutet

Die Lage in Hannover ist weiterhin entspannt. Am Nachmittag ist das Wasser an den Deichtoren in Ricklingen bis auf einen halben Meter rangerückt, viel weiter kam es jedoch nicht. Der Pegel der Leine ist auch am Abend bei 5,79 Metern geblieben.

Hannover. Mitarbeiter des Tiefbauamtes hatten bereits am Freitagvormittag in Ricklingen die Deichtore geschlossen. „Zurzeit sind wir noch entspannt, aber wir gehen auf Nummer sicher“, sagte Hannovers Feuerwehrchef Claus Lange am Kneippweg. Er informierte sich mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) und Stadtfeuerwehrdezernent Harald Härke über die Hochwasserlage. „Die Landeshauptstadt Hannover hat sich gut auf Hochwasserlagen eingestellt“, sagte Lange. Trotzdem seien 1500 Kräfte in Bereitschaft. Der Feuerwehrchef appellierte an alle Bürger: „Bitte nicht auf die Deiche gehen - das ist verboten.“ Das Ricklinger Bad hat es allerdings erwischt - es ist komplett überflutet.

Um besonders gefährdete Objekte zu schützen, wurden in der Leinemasch Sacksäcke ausgelegt. 4600 Stück sind laut Feuerwehr befüllt worden. Die Situation werde weiterhin im Einsatzstab der Feuerwehr beobachtet.

In der Nacht zu Freitag hatte die Feuerwehr Hannover bereits die Kollegen in Wolfenbüttel mit 10000 Sandsäcken unterstützt. In der 50000-Einwohner-Stadt südlich von Braunschweig an der Oker war Katastrophenalarm ausgelöst worden, die historische Altstadt steht unter Wasser. In Hannover drohe das offenbar nicht. Lange: „Ich gehe davon aus, dass wir keine nassen Füße bekommen.“

Die Üstra konnte einige Linien mit den Bussen nicht mehr regulär befahren. Der 581er fährt wegen eines Gasrohrbruchs nur bis Letter Kurze Wanne und von dort direkt zum Bahnhof Letter. Die Fahrt in Richtung Ahlem/Mühlenberger Markt fällt aus. Wegen des Hochwassers fährt die Linie 363 von der Wallensteinstraße nur noch bis zur KGS Hemmingen.

Nach den Überschwemmungen in Goslar hat der Oberbürgermeister finanzielle Hilfen vom Land angefordert. Weil hat den Opfern des Hochwassers "unbürokratische Soforthilfe" zugesichert. "Wir sind da guten Willens, aber wir können natürlich auch keine Blankoschecks ausstellen", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Hannover. "Das heißt, wir müssen darüber reden: wie viel, zu welchen Bedingungen, wofür." Es soll zunächst ein Arbeitsstab gebildet werden, der die Hochwasserschäden aufarbeitet. Der Stab soll beim Umweltministerium eingerichtet werden und die Folgen der Flut strukturiert erfassen.

Die Landesregierung empfiehlt außerdem, die Elementarschadenversicherung zu nutzen, um sich vor extremen Wetterereignissen zu schützen. Niemand könne heute davon ausgehen, dass das eigene Hab und Gut niemals von Hochwasser betroffen sein wird, teilte die Staatskanzlei mit.

Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne) brach ihren Urlaub ab und reiste zum überschwemmten Kulturcampus der Universität Hildesheim. "Das Land wird alles tun, was erforderlich ist, um die entstandenen Schäden möglichst schnell zu beseitigen", sicherte sie zu. Es sollen Übergangslösungen gefunden werden, um den Universitätsbetrieb aufrechtzuerhalten. "Die notwendige Finanzierung wird vom Land sichergestellt", sagte Heinen-Kljajić.

Auch das Fährmannsfest kann nicht wie geplant stattfinden. Es wird auf die Faust-Wiese verlegt. Mehr dazu hier: http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Ueberschwemmungen-machen-Faehrmannsfest-Sorgen


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