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Meine Stadt Dealerring zerschlagen - 180 Kilo Marihuana
Hannover Meine Stadt Dealerring zerschlagen - 180 Kilo Marihuana
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18:04 23.11.2017
GROSSER FANG: 180 Kilo Marihuana haben Fahnder gefunden. Der Verkaufswert liegt bei etwa 400 000 Euro. Quelle: Landeskriminalamt Niedersachsen
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Hannover

Als Drogenfahnder erwartungsvoll den Laderaum des Scania-Lkw öffneten, sahen sie – nichts. Scheinbar befand sich der Auflieger aus Montenegro auf einer Leerfahrt.

Doch Rauschgiftspürhund Neo (5) brachte die enttäuschten Beamten schnell wieder auf die richtige Fährte. Der Schäferhund schnüffelte begeistert an den großen Tanks des rot-weiß-grünen Speditionsfahrzeugs vom Typ R 480. Ermittler stellten fest: In den mehrere hundert Liter fassenden Kraftstofftanks befand sich nicht nur Diesel – sondern auch ein ganz besonderer „Stoff“: 160 Kilo Marihuana.

Der Scania-Fahrer (34), ein Montenegriner, und ein 34-jähriger Serbe aus Empelde wurden laut Landeskriminalamt (LKA) bei der Übergabe der Drogengroßlieferung am Dienstag in Sarstedt festgenommen. „Ein weiterer tatbeteiligter 39-jähriger Albaner konnte im Anschluss in einer Wohnung in Sarstedt festgenommen werden“, sagt LKA-Sprecher Hans Retter.

In Empelde und Hannover durchsuchten Angehörige der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER, dazu gehören LKA, Zoll und Staatsanwaltschaft) sechs Wohnungen. Fahnder beschlagnahmten weitere 20 Kilo Marihuana, rund 23 000 Euro, einen Audi A 6 und eine Mercedes-E-Klasse. Laut Retter liegt der Großhandelspreis des sichergestellten Rauschgifts bei rund 400 000 Euro.

Ein Haftrichter schickte die drei Festgenommenen in Untersuchungshaft. Den Rauschgiftgroßhändlern wird Einfuhrschmuggel von großen Mengen Marihuana aus Albanien und der Verkauf in ganz Deutschland vorgeworfen. Den nächtlichen Zugriff hatten GER-Spezialisten durch monatelange Ermittlungen vorbereitet.

Zwei Kunden der Großdealergemeinschaft waren bereits Anfang Oktober in Durach (Bayern) gefasst worden. Sie hatten laut LKA zuvor zehn Kilo „hochqualitatives Marihuana“ von dem in Empelde lebenden Serben gekauft.

Verletzt wurde bei der Zerschlagung des Dealerrings niemand. Vielleicht auch deshalb, weil serbische Fahnder nach einem Tipp ihrer hannoverschen Kollegen eine russische Maschinenpistole beschlagnahmten. Die Kriegswaffe, Marke Kalaschnikow, und zwei gefüllte Magazine hatte der 34-Jährige nach einem Urlaub in Serbien nach Hannover schmuggeln wollen.

Von Andreas Körlin

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