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Sanierungsarbeiten im Bereich des De-Haen-Platzes im August.

Sanierungsarbeiten im Bereich des De-Haen-Platzes im August.© Natalie Becker

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Altlasten

De Häen: Klage gegen Zwangssanierung

Um die radioaktiven und chemischen Altlasten am Lister De-Haën-Platz gibt es immer noch Rechtsstreitigkeiten. Ein Grundstückseigentümer klagt derzeit gegen die Region Hannover.

Hannover. Mit den Eigentümern von 31 Grundstücken hat die Region Verträge über eine gemeinsame Sanierung geschlossen. Behördensprecher Klaus Abelmann: „Wir liegen insgesamt im Plan - wenn das Wetter mitspielt, soll die Maßnahme im März abgeschlossen sein.“

Es gibt sechs weitere Grundstücke, die ebenfalls belastet sind, die Eigentümer beteiligen sich aber nicht an der gemeinsamen Sanierung. Die Region hat bereits Verfügungen erlassen, die eine Reinigung der Grundstücke vorschreiben. Mehrere Eigentümer haben Widerspruch eingelegt. Ein Eigentümer wehrt sich bereits vor dem Verwaltungsgericht gegen den Bescheid der Behörde, der ihm vorschreibt, die Altlasten auf seine Kosten zu entfernen, so Abelmann: „Eine Klage gegen die Region läuft.“

Im August hatten Spezialfirmen damit begonnen, die Rückstände einer ehemaligen chemischen Fabrik zu entfernen. Von 1861 bis 1902 hatte die Firma de Haën in der List produziert, unter anderem wurden mit radioaktivem Radium sogenannte Glühstrümpfe für Gaslampen hergestellt.

Im Ganzen gehts um rund 120 Tonnen chemisch belasteter Erde und rund 500 Tonnen radioaktiv belasteten Boden. Die verstrahlte Erde hätte eigentlich bis zum Jahresende komplett auf einer Spezialdeponie in Sachsen sein müssen - die Region hat sich jetzt die Frist für die Anlieferung aber um ein halbes Jahr verlängern lassen, bestätigt der Behördensprecher. „Wir rechnen nicht damit, das in Anspruch nehmen zu müssen“, so Abelmann, die Verlängerung sei rein vorsorglich, falls es doch noch Verzögerungen bei den Arbeiten gebe.

Bei der „Bürgerinitiative gegen Altlasten in der List“ löst die Verlängerung allerdings Befremdenaus. „Bei den Verhandlungen überdie Sanierungsverträge wurdenwir noch mit der zeitlichen Beschränkung des Entsorgungsweges unter Druck gesetzt“, sagt Jörg Baltruweit von der Bürgerinitiative. Außerdem habe es bei den Arbeiten immer wieder vermeidbare Fehler und Verzögerungen gegeben, weil sich Firmen nicht an Absprachen gehalten hätten. Ausdrückliche Anerkennung gibt es von der Initiative übrigens für die Arbeiter: „Die haben einen harten Job, sind aber immer freundlich, das ist schön.“

Die Region geht derzeit davon aus, dass die Sanierung rund 2,3 Millionen Euro kosten wird, das wären etwa 200000 Euro weniger als veranschlagt. Region und Stadt tragen Kosten von 1,1 Millionen Euro, den Rest müssen Wohnungs- und Grundstückseigentümer zahlen. De-Haën-Erben oder die Seelzer Firma Honeywell, die aus der Lister Firma entstanden ist, konnten nicht haftbar gemacht werden.


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Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok