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Hannover

Das ungetrübte Gilde-Comeback

Der angekündigte Verkauf der bislang zum US-Konzerns Anheuser-Busch InBev (ABInbev) gehörenden Gilde-Brauerei stößt bei Belegschaft, Gewerkschaft und auch der Stadt Hannover auf eine positive Resonanz.

Hannover. Man sehe den Verkauf als Signal für den Erhalt des Standorts, sagte etwa Gilde-Betriebsratschef Florian Weinz. „Wir haben gegen den geplanten Verkauf keine Vorbehalte. Der Investor hat schon mehrfach bewiesen, dass er es versteht, einen Braustandort aufzupolieren“, so Lena Melcher von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten.

Wie gestern berichtet, wollen die TCB-Beteiligungsgesellschaft aus Frankfurt (Oder) und der ehemalige Herrenhäuser-Geschäftsführer Holger Bock (48) die Traditionsbrauerei übernehmen. ABInbev hatte die Gilde 2003 übernommen und die Produktion schleichend heruntergefahren auf aktuell 150 000 Hektoliter im Jahr.

TCB und Holger Bock wollen die Gilde wieder aufmöbeln und sie zu einem Hektoliterausstoß von sogar einer Million bringen – binnen drei bis vier Jahren. Pläne hierfür gibt es: Als Erstes soll eine Dosenabfüllanlage aufgebaut werden, berichtet Holger Bock gegenüber der NP.

Die offizielle Übernahme soll zum 1. Januar 2016 erfolgen, doch schon im Juli möchten die Kaufinteressenten die Gilde gern vertraglich übernehmen. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Gilde-Mutter mit der Stadt über die Aufhebung des Standortsicherungsvertrages (bis 2020) einigt, der 2003 aufgesetzt worden war. ABInbev-Sprecher Oliver Bartelt sagte, „alle handelnden Personen sind wohlwollend“, dies zu tun: „Es gibt aber auch keinen Verkauf um die Stadt Hannover herum.“ Dies wisse die TCB-Beteiligungsgesellschaft.

Hannovers Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette: „Wir freuen uns über das konkrete Interesse und sehen dadurch großes Entwicklungspotenzial für die Gilde-Brauerei.“ Für die Stadt sei der seinerzeit geschlossene Standortsicherungsvertrag allerdings wichtig, aber „wenn die Auflösung des Vertrags mit Anheuser-Busch-Inbev letztlich eine deutlich positivere wirtschaftliche Entwicklungsperspektive von Gilde bedeutet, kann dies im Sinne der Beschäftigten und somit der Stadt sein“.

Es gebe bereits Gespräche, um eine entsprechende Anschlussregelung zu finden, so die Dezernentin weiter: „Die Verantwortung gegenüber den Arbeitnehmern bleibt gewahrt.“ Über eine Auflösung des Vertrages und die Vereinbarung eines Anschlussvertrages müsse im Fall einer Einigung der Rat entscheiden. Die nächste Ratssitzung ist am 25. Juni, also schon nächste Woche. Realistischer erscheint der nächste Termin am 16. Juli – wenn sich Stadt und Käufer bis dahin auf die Inhaltes eines Anschlussvertrages geeinigt haben.

Von Andreas Voigt


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