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Klinikum

Das ist die Medizinstrategie 2020

Klinikum will Schwerpunkte ausbauen, aber auch Standorte schließen. Weniger Geburtshilfe

Hannover. Nach zahlreichen öffentlichen Spekulationen hat die Chefriege des Klinikums Region Hannover (KRH) gestern Einzelheiten der „Medizinstrategie 2020“ vorgestellt. „Es ist kein Sparpapier“, sagt Professor Thomas Moesta, KRH-Geschäftsführer Medizin. Aber es sind Einschnitte vorgesehen, die einmalig in der regionalen Krankenhauslandschaft sind (siehe auch unten).

Bereits 2015 sollen die Geburtshilfe in Großburgwedel und im Nordstadtkrankenhaus geschlossen werden. Grund: Wegen der schlechten Vergütung gelten Geburtskliniken als teuer. „Es gibt in Hannover mehrere sehr gute Geburtskliniken anderer Träger“, so Moesta. Aus Versorgungsgründen bleiben die Geburtskliniken in Gehrden und Neustadt erhalten. „Wir werden in das Perinatalzentrum im Krankenhaus Neustadt investieren müssen“, sagt Moesta. Das Krankenhaus in Neustadt werde als „Familienkrankenhaus“, in dem alle Generationen behandelt werden, erhalten bleiben.

Das Agnes-Karll-Krankenhaus in Laatzen soll zu einem Zentrum für Endoprothetik (künstlichen Hüften und Knie) ausgebaut werden. Das Siloah-Oststadt-Heidehaus ist als Krebszentrum gedacht, deshalb sieht die „Medizinstrategie 2020“ vor, dass gynäkologische Krebserkrankungen und Brustkrebs künftig dort und nicht mehr in der Nordstadt behandelt werden. Das Nordstadtkrankenhaus muss als „Kopfzentrum“ um den Bereich Altersmedizin erweitert werden.

Mittelfristig will das KRH weitere Geriatrie-Fachkliniken aufbauen. Auch die Organisation und Koordinierung der Notfallambulanzen müsse gestärkt werden, weil 50 Prozent der stationären Patienten über die Notfallaufnahme den Weg in die Klinik fänden, so Moesta.

Für Verdi erklärte die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Elke Nobel: „Wir tragen sinnvolle Veränderungen mit.“ Allerdings nur, wenn es keine betriebsbedingten Kündigungen, Tarifflucht oder Outsourcing gebe. Barbara Schulte, KRK-Geschäftsführerin: „Wir stehen zu unserer sozialen Verantwortung.“ Hinsichtlich von Landeszuschüssen für Investitionen (siehe unten) meinte der Aufsichtsratsvorsitzende Hauke Jagau: „Das Sozialministerium hat ein hohes Interesse, Qualitäten zu bündeln.“ Ohne eine Landesförderung sei der Neubau einer Klinik im Osten der Region nicht denkbar.

Für Springe 
gehen 2015 
die Lichter aus

Die Menschen am Deister sind am stärksten von der „Medizinstrategie 2020“ betroffen. Der stationäre Bereich des Springer Krankenhaus soll 2015 ins Robert-Koch-Krankenhaus nach Gehrden verlagert werden. „Das Springer Krankenhaus kann man strukturell nicht so aufstellen, dass es wirtschaftlich tragfähig wird“, meint KRH-Aufsichtsratsvorsitzender Hauke Jagau. Der jährliche Verlust liege je nach Rechnungsweise zwischen 1,3 und drei Millionen Euro.
In Springe soll eine Praxisklinik mit niedergelassenen Ärzten und 24-Stunden-Notfallversorgung übrig bleiben. „Wir stellen uns vor, dass auf dem Krankenhausgelände eine Reha-Einrichtung einzieht, aber das ist noch unklar“, so Barbara Schulte, KRH-Geschäftsführerin Finanzen.

Neubau im 
Osten der Region
 geplant

Ein Neubau mit 400 bis 500 Betten soll die Krankenversorgung im Osten der Region zukunftssicher machen – und die Standorte Großburgwedel und Lehrte ersetzen. Es ist eine Investition von rund 150 Millionen Euro geplant. „Wir wissen noch nicht, wo das neue Krankenhaus stehen soll“, sagt Professor Thomas Moesta, KRH-Geschäftsführer Medizin. Bis das neue Haus gebaut ist, werden aber noch rund acht bis zehn Jahre vergehen. Damit ist auch klar: Größere Investitionen in den alten Häusern entfallen. Das geplante Bettenhaus für Großburgwedel (36 Millionen Euro) werde nicht mehr gebaut, so Barbara Schulte, KRH-Geschäftsführerin Finanzen. Notwendige Investitionen für den laufenden Betrieb werden aber noch bezahlt. 2015 soll schon die Geburtshilfe in Großburgwedel dichtgemacht werden.


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  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
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