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Meine Stadt Das große Krabbeln: Nabu ruft wieder zum Insektenzählen auf
Hannover Meine Stadt Das große Krabbeln: Nabu ruft wieder zum Insektenzählen auf
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14:34 31.07.2018
KERNART: Dem Grünen Heupferd (Tettigonia viridissima) soll besondere Aufmerksam gewidmet werden. Aber letztlich zählt jedes gezählte Insekt. Quelle: picture alliance / dpa
Hannover

Das Insektensterben ist alarmierend. Mit einer Langzeitstudie des Entomologischen Vereins Krefeld ist dort das Verschwinden von 75 Prozent der Fluginsekten nachgewiesen worden. Vor allem Bienen, Hummeln und Schmetterlinge scheinen bedroht. Um für das Thema zu sensibilisieren veranstaltet der Naturschutzbund Nabu vom 3. bis 12. August erneut eine Insektenzählaktion.

Der so genannte Insektensommer hat das Motto: „Zählen, was zählt“. Beim ersten Durchgang Anfang Juni hatten sich 5800 Teilnehmer eingetragen, die immerhin 3000 Zählergebnisse an den Nabu meldeten. Wobei sich zwei Drittel der Teilnehmer für den eigenen Garten als Beobachtungsraum entschieden.

Eine Stunde lang soll man sich dem Krabbeln und Flattern in einem nicht zu großen Areal mit einem Radius von etwa zehn Metern um den eigenen Standort herum widmen. „Der Hochsommer ist auch die Hochzeit der Insekten“, sagt Matthias Freter vom Nabu Niedersachsen. „Viele der rund 33 000 in Deutschland heimischen Insektenarten können jetzt besonders gut beobachtet werden, wie etwa das Grüne Heupferd, die größte heimische Heuschreckenart. Ihr Zirpen erfüllt um diese Jahreszeit die Wiesen – der typische Sound des Hochsommers.“

 Das Grüne Heupferd ist auch eine der acht Kernarten, auf die beim zweiten Teil des Insektensommers ganz besonders geachtet werden soll. „Die erwachsenen Männchen sind jetzt unterwegs, um mit ihrem Zirpen Weibchen anzulocken“, sagt Freter. Weitere Kernarten sind die Tagfalter Schwalbenschwanz und Kleiner Fuchs, der Sieben-Punkt-Marienkäfer, die Ackerhummel, die Holzbiene, die Libellenart Blaugrüne Mosaikjungfer und die Streifenwanze. Gemeldet werden sollen aber alle Sechsbeiner, die gesichtet werden – denn jedes Insekt zählt!

Gezählt werden kann natürlich nicht nur im Garten sondern überall, sogar auf dem Balkon. Dabei muss man aber kein professioneller Insektenforscher sein. Bei der Suche hilft die Handy-App „Insektenwelt“, die der Nabu mit Unterstützung der Drogeriekette dm entwickelt hat. Das Insekt fotografieren reicht, die Anwendung erkennt das Tier automatisch. Über eine weitere Funktion kann man alle fotografierten Insekten in einer Liste erfassen – auch solche, die nicht von der App erkannt werden – und diese dann einfach exportieren. Die App gibt es kostenlos unter www.nabu.de/apps. Als zusätzliches Feature enthält sie eine Datenbank mit Porträts der 122 bekanntesten Insektenarten in Deutschland.

Übrigens: Wer Angst vor Spinnen hat, kann dennoch bei der Aktion mitmachen. Denn Spinnen werden nicht gezählt. Spinnen sind nämlich keine Insekten sondern eine anderer Klasse der Gliederfüßer. Sie haben schließlich auch mehr als sechs Beine.

Von Andreas Krasselt

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