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13:44 05.08.2017
In der Diskussion: Herbert Tiemens (rechts) erklärt den Grünen, wie er sich Radverkehrsplanung vorstellt.
Hannover

Eigentlich ja keine schlechte Sache für Radfahrer, so eine Fahrradstraße. Sie dürfen nebeneinander fahren, Autos müssen sich ihrer Geschwindigkeit anpassen. Dumm nur, wenn keiner so richtig er­kennt, wer hier Vorfahrt hat. Herbert Tiemens würde es anders machen.

„Das muss man ganz klar markieren, zum Beispiel mit rotem Asphalt“, sagt der Radverkehrsexperte aus den Niederlanden. Die Grünen haben ihn als Referenten für ihre Bike-Conference eingeladen, die am Freitag von zehn bis 18 Uhr im Freizeitheim Linden stattfand.

In Utrecht, Tiemens ist in der Provinz der leitende Richtlinien-Planer, haben sie es so gemacht. Und Erfolg damit gehabt. Insgesamt liegt der Radverkehrsanteil dort bei 40 Prozent, im innerstädtischen Bereich sogar bei 60 Prozent.

Werte, von denen Hannover noch weit entfernt ist. Die Stadt strebt einen Radverkehrsanteil von 25 Prozent an, bis 2025. Tiemens sieht noch viel Verbesserungsbedarf. Ein Problem: „Es ist viel zu unsicher. Gerade, wenn man sich nicht genau auskennt, weiß man an vielen Stellen nicht, wie man sich verhalten soll“, kritisiert der Experte. Mal werden die Radfahrer auf der Straße ge­führt, mal auf dem Gehweg, Mal sind die Radwege rot, mal mit dunklen Steinen gepflastert oder dunkel as­phaltiert.

„Radfahrer haben besondere Bedürfnisse. Das wird nicht genug berücksichtigt. Wie den meisten anderen deutschen Städten fehlt Hannover ein klares System“, erklärt Tiemens.

Und dort, wo umgebaut werden soll, passiert das auch jetzt oft noch nicht so, wie es für Radfahrer notwendig wäre. Zum Beispiel an der Wedekindstraße (List), über die derzeit in der Politik gestritten wird.

Die Stadt will diese um­bauen und mit Bäumen auf beiden Seiten verschönern. Das kostet Platz, der aus Sicht der Grünen den Radfahrern fehlen wird. „Eine Reihe Bäume reicht doch auch“, findet Tiemens.

Und er würde den Radverkehr auch nicht auf der Straße führen, wie es die Pläne vorsehen. „Radfahrer brauchen eindeutig abgetrennte Radwege. Sie müssen sich sicher fühlen. Sonst bringt man niemanden zum Radfahren, der es bisher nicht tut“, so der Experte, der „klare Visionen“ fordert.

Von Christian Bohnenkamp

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