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Meine Stadt Das Leiden der letzten Bischofsholer
Hannover Meine Stadt Das Leiden der letzten Bischofsholer
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00:16 18.04.2013
BEWAHRT HALTUNG: Dieter S. hat seine Parzelle an der Zuschlagstraße nicht aufgegeben. Seit um ihn herum abgerissen wird, wurde sein Kleingarten mehrfach Ziel von Einbrechern – durchs Gitterfenster (hinten) kam niemand durch, auch die Tür (kleines Bil Quelle: Michael Joos
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Hannover

Dorothea S. (58) und ihr Mann Dieter H. (58) sind die letzten Pächter der Kleingartenkolonie Bischofshol, die ihre Lauben noch nicht aufgegeben haben. Und sie müssen leiden. Denn was um sie rum an der Zuschlagstraße passiert, verleitet offenbar manche Zeitgenossen dazu anzunehmen, sich aus der Doppelparzelle unbedarft bedienen zu dürfen. „21 Jahre sind wir hier - da ist nie etwas geklaut worden“, sagt sie. Das ist vorbei.

Dieter zählt auf, was ihrem Kleingarten seit Ende 2012 widerfahren ist: Beim ersten Mal wurde versucht, die Tür der vorderen Laube aufzubrechen, später war der Geräteschuppen dran - seine Tür gab nach, Rasenmäher und Schubkarre sind weg; auch die Brunnenabdeckung wurde mitgenommen, Skulpturen und Randsteine. Dann ein Versuch an einem vergitterten Fenster des vorderen Häuschens. Als Nächstes wurde ein Fenster am Holzhaus eingeworfen, aber ebenfalls nicht eingestiegen; ein anderes Mal wurde dort ein anderes Fenster aufgehebelt, aber nichts mitgenommen: „Das ist ärgerlich, und die Häufung ist markant.“

Dies alles, seit der neue Eigentümer des Grundstücks die Bagger geschickt hat und Arbeitstrupps alle auf Empfehlung des Bezirksverbands aufgegebenen Gärten (57 von 60) kleinmachen. Dadurch ist das Gelände ziemlich offen, es sieht unaufgeräumt aus. Nicht nur Einbrecher und Vandalen sind unterwegs: Seit das große Abreißen läuft, „haben wir hier marodierende Besuchergruppen - meist ganz normale Bürger, viele ältere Leute“. Die nehmen mit, was ihnen nützlich scheint: Holz, Blumen, Sträucher, Gartensteine und anderes - auch aus ihrem Garten, die Schilder missachtend, die sagen: „Ist noch verpachtet!“ An einem Nachmittag erwischte Dorothea S. einen Trupp mit Hortensien, Lavendel, Lilien, Rosen und mehr, der sich noch auf dem verlassenen Nachbargrundstück tummelte - Beute erntefrisch aus ihrem Garten. „Die sagten: ,Tut uns leid, wir wollten nur die Pflanzen retten.‘ Die Arbeiter hätten gesagt, sie dürften Pflanzen mitnehmen.“ Dorothea und Dieter wollen nicht weichen, und „wenn kein entsprechendes Angebot kommt, bleiben wir“, sagen sie. Sie wollen besser entschädigt werden, nach den „tatsächlich vorhandenen Sach- und Pflanzenwerten“ - was ihr Verein und Bezirksverbandschef Karl-Heinz Rädecker ausgehandelt haben und wie das gelaufen sei, empört sie und macht sie zornig: „Das Schlimmste ist, wenn man denkt: Das sind deine Freunde - und dann werde ich verkauft“, sagt Dorothea S., „damit hatte ich nicht gerechnet.“

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